Rheinmetall sah sich zum Wochenauftakt mit Gegenwind aus zwei Richtungen konfrontiert. Da zeigte sich im Abwärtsmarsch. Schlimme -4,6 % standen zu Buche, die Aktie fiel auf nur noch 1.142,20 Euro. Dies ist einer der tiefsten Kursstände der vergangenen zwei Jahre.

Rheinmetall: Die Angst lebt fort

Auslöser auf der internationalen Ebene ist das jüngst bestätigte Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran. Die Vereinbarung wird an den Finanzmärkten als Signal für eine mögliche Entspannung gewertet. In der Folge verlagerten zahlreiche Investoren ihr Kapital verstärkt in Branchen, die von einer ruhigeren internationalen Lage profitieren könnten. Verteidigungswerte gerieten dagegen unter Druck, da mit sinkenden geopolitischen Spannungen häufig auch Risikoprämien abgebaut werden.

Rheinmetall: Hier werden sich die Börsen einfach nur irren

Noch stärker beschäftigen die Märkte derzeit jedoch die Nachrichten rund um das deutsch-französische Panzerprojekt MGCS. Medienberichte über mögliche Budgetkürzungen auf französischer Seite haben neue Zweifel an der Zukunft des Vorhabens ausgelöst. Konzernchef Armin Papperger erklärte am Wochenende ungewöhnlich offen, dass derzeit nicht absehbar sei, ob das Projekt überhaupt in seiner geplanten Form umgesetzt werde. Weniger finanzielle Mittel würden zwangsläufig zu weiteren Verzögerungen führen. Die negative Reaktion an den Aktienmärkten fiel deutlich stärker aus als bei vielen anderen europäischen Rüstungswerten und verdeutlichte die Bedeutung, die Investoren dem MGCS-Projekt beimessen. Die Sorgen treffen einen sensiblen Punkt. Erst vor wenigen Tagen hatten Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron das endgültige Aus für das gemeinsame Kampfjetprogramm FCAS bestätigt. Dass nun auch beim zweiten großen deutsch-französischen Rüstungsprojekt Unsicherheit aufkommt, verstärkt die Zweifel an der Verlässlichkeit langfristiger europäischer Gemeinschaftsvorhaben. Die Stimmung ist also absolut schlecht. Nur:

Analysten halten trotz der jüngsten Verluste an ihren Einschätzungen fest. Das durchschnittliche Kursziel bewegt sich weiterhin in einer Größenordnung von rund 1.889 Euro und liegt damit deutlich über dem aktuellen Bewertungsniveau.