Am Montag begann die Woche für die chinesische BYD mit dem Aufschlag von 1,33 %. Die Notierungen kommen auf einen Kurs in Höhe von 9,92 Euro, d. h. nur 8 Cent unterhalb der Marke von 10 Euro. Und dennoch fehlt heute der letzte Schritt. Auf der anderen Seite ging es zuletzt in einem Monat um rund 15 % aufwärts. Aus gutem Grund:

BYD rückt beim Rennen um den ersten serienreifen Feststoff-Akku einen entscheidenden Schritt näher. Der chinesische Hersteller hat nach eigenen Angaben zentrale Sicherheitstests erfolgreich abgeschlossen und will die neue Batterietechnologie bereits Anfang 2027 erstmals in einem Serienfahrzeug einsetzen. Als technologische Grundlage dient eine sulfidbasierte Zellchemie, die gegenüber heutigen LFP-Akkus vor allem bei Energiedichte und Temperaturverhalten deutliche Fortschritte ermöglichen soll.

BYD: Das soll die technologische Führerschaft bringen

Der Konzern verfolgt bei der Einführung eine klar abgestufte Strategie. Die ersten Fahrzeuge mit Feststoff-Akkus werden unter der Luxusmarke Yangwang angeboten. Neue Technologien sollen sich zunächst im Premiumsegment bewähren, bevor sie in größeren Stückzahlen verfügbar werden. Bei unveränderter Baugröße gegenüber den heutigen LFP-Batterien stellt BYD Reichweiten von rund 1.000 Kilometern in Aussicht. Für Modelle der Mittelklasse rechnet das Unternehmen erst zwischen 2028 und 2029 mit einer Einführung. Mehrere Branchenbeobachter erwarten sogar, dass Feststoff-Akkus den Volumenmarkt erst ab 2030 in größerem Umfang erreichen.

Ein wesentlicher Vorteil der neuen Zellchemie zeigt sich bei niedrigen Temperaturen. Während konventionelle Batterien bei Frost häufig spürbar an Reichweite verlieren, sollen Feststoff-Zellen den Großteil ihrer Kapazität bewahren. Unabhängig davon zählt BYD bereits heute zu den Herstellern mit besonders hoher Ladeleistung. Die aktuellen LFP-Akkus ermöglichen Ladeleistungen von mehr als 1.000 kW, wodurch sich Ladevorgänge unter geeigneten Bedingungen in weniger als zehn Minuten durchführen lassen.

Neben der Entwicklung neuer Batterietechnik verändert BYD auch seine industrielle Aufstellung. Statt Fahrzeuge ausschließlich aus China zu exportieren, entstehen Fertigung, Zulieferstrukturen und Montagekapazitäten zunehmend direkt in wichtigen Absatzregionen. Mit diesem Ansatz will das Unternehmen Transportkosten senken, Lieferketten verkürzen und die Abhängigkeit vom chinesischen Heimatmarkt verringern.

Diese Strategie zeigt sich unter anderem in Pakistan. In Gharo in der Provinz Sindh steht ein neues Montagewerk kurz vor der Inbetriebnahme. Rund 150 Millionen Dollar investiert BYD in den Standort, dessen Jahreskapazität bei etwa 25.000 Fahrzeugen liegen soll. In Brasilien erreichte das Werk in Camaçari inzwischen die Produktion des 100.000sten Elektrofahrzeugs. Langfristig soll die Fertigung dort auf bis zu 600.000 Fahrzeuge pro Jahr steigen. Für Europa entsteht zusätzlich ein Werk in Ungarn, das ab dem vierten Quartal 2026 mit kürzeren Lieferwegen und geringeren Importkosten die regionale Präsenz ausbauen soll.

Das wird im Kampf um die Expansion wichtig!