Kurze Hoffnungsschimmer verfliegen bei Nel ASA derzeit im Eiltempo. Was im Mai wie der Beginn einer Wende aussah und den Kurs auf 0,35 Euro trieb, ist längst wieder verpufft. Mit dem erneuten Rutsch unter die psychologisch wichtige Marke von 0,20 Euro steckte die Aktie noch vor dem Wochenende tief im Tabellenkeller. Heute indes schafft die Nel Asa mit 0,37 % wieder den Sprung über die Hürde. Man wird gespannt darauf sein können, ob die Marke wirklich hält.
Der Markt honoriert die strategischen Fortschritte des norwegischen Wasserstoff-Pioniers schlichtweg nicht und straft das Papier weiter ab.
Technologie top, aber die Aufträge lassen auf sich warten
Dabei hat die neue druckalkalische PA-Serie durchaus Potenzial. Sie verspricht spürbar niedrigere Produktionskosten bei 80 Prozent weniger Platzbedarf. Auch der geplante Kapazitätsausbau am Standort Herøya auf ein Gigawatt bis 2027 zielt direkt auf künftige Großprojekte ab. Das Problem: Die dringend erhofften, ertragreichen Großaufträge für die neue Generation lassen nach wie vor auf sich warten.
Leere Kassen
Grundsätzlich spielt der europäische Wasserstoff-Hochlauf dem Unternehmen eigentlich in die Karten. Das rege Interesse am deutschen Wasserstoff-Kernnetz zeigt eindeutig, wohin die Reise geht. Doch der Weg von der Absichtserklärung bis zum tatsächlich verbuchten Umsatz ist extrem lang. Wie träge dieser Prozess verläuft, bewies das jüngste Zahlenwerk eindrucksvoll.
Die Bilanz des zweiten Quartals lieferte ein zutiefst gespaltenes Bild: Einem gewaltigen Kurssprung beim Auftragseingang um 224 Prozent stand ein enttäuschender Umsatzrückgang von 12 Prozent gegenüber. Ein tiefrotes EBITDA sowie juristische Altlasten drückten zusätzlich auf die Stimmung. Als dann auch noch der Chef überraschend seinen Hut nahm, war das Chaos perfekt.
Vertrauensverlust auf ganzer Linie
Die Quittung der Analysten folgte prompt. JPMorgan stutzte das Kursziel drastisch und verordnete der Aktie eine Pause auf der Seitenlinie. Die Befürchtung der Experten: Nel ASA gelingt es viel zu langsam, den hohen Auftragsbestand in echtes Geld zu verwandeln.
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