Bei rund 10,11 Euro ging gestern die BYD aus dem Handel. Die Chinesen kamen damit immerhin charttechnisch sauber aus dem Tag: Dies ist ein Aufwärtstrend, auch wenn die technischen Analysten noch einige Cent erwarten, um wichtige Technische Indikatoren wie die 200-Tage-Linie zu überwinden.

Die Voraussetzungen vor den Zahlen am 29.8. sind recht gut. Denn: Während BYD auf dem chinesischen Heimatmarkt einzelne Modellreihen gezielt überarbeitet, gewinnt die internationale Expansion für den Konzern zunehmend an Bedeutung. Allein zwischen Januar und Juli setzte das Unternehmen rund 969.000 Fahrzeuge außerhalb Chinas ab, womit inzwischen 43,5 % des gesamten Absatzes auf internationale Märkte entfielen. Das Ausland entwickelt sich damit immer stärker von einem zusätzlichen Vertriebskanal zu einem eigenständigen Wachstumspfeiler.

Die Chinesen wachsen eminent

Diese Strategie zeigt sich inzwischen in mehreren Regionen gleichzeitig. Auf den Philippinen brachte BYD mit dem Atto 2 und dem Seal 5 DM-i zwei weitere Modelle auf den Markt und ergänzte die Vorstellung mit einer breit angelegten Markenveranstaltung. In Brasilien startete Anfang August zudem erstmals ein lokal produzierter Plug-in-Hybrid mit Flex-Fuel-Technologie, der sowohl mit Ethanol als auch mit Benzin betrieben werden kann. Bereits Ende Juli hatte der Konzern in Tokio den Kleinwagen Racco vorgestellt und damit seine Präsenz auf einem weiteren internationalen Markt ausgebaut.

Dazu erweitert BYD sein Produktangebot kontinuierlich. Neben der überarbeiteten Mittelklasse-Limousine Seal 06 bereitet das Unternehmen unter anderem die Einführung der Oberklasse-Limousine Da Han auf der Chengdu Auto Show sowie des Luxusmodells Denza Z9S mit einer CLTC-Reichweite von 1.100 Kilometern vor. Hinzu kommt der Einstieg in das Robotikgeschäft, für das ein humanoider Roboter in den eigenen Erlebniszentren vorgesehen ist. Die Produktpalette wächst damit längst über das klassische Automobilgeschäft hinaus.

Trotz der breiten Modelloffensive bleibt das Marktumfeld anspruchsvoll. Im Juli gingen die Verkäufe der Seal-Familie im Jahresvergleich um knapp 14 % zurück, während der Konzern seine weltweiten Auslieferungen gleichzeitig um mehr als 21 % steigerte. Die starke Nachfrage außerhalb Chinas kompensiert damit zunehmend die schwächere Entwicklung auf dem Heimatmarkt. Gleichzeitig erschweren der intensive Wettbewerb und ambitionierte Jahresziele den weiteren Geschäftsverlauf.

Mehrere Analysehäuser bewerten die Perspektiven immer noch positiv. Die Kursziele versprechen fast 40 % Potenzial!