Hensoldt bleibt auch zum Wochenschluss unter Druck. Am Freitag verliert der Titel 1,08 % auf 76,64 Euro. Damit setzt sich der Abwärtstrend fort, obwohl der Konzern zuletzt mehrere neue Projekte aus dem Bundeswehrgeschäft gemeldet hatte. Eines davon ist ein Entwicklungsvertrag über rund 15 Millionen Euro für die Einsatzunterstützungsanlage Optarion. Auftraggeber ist das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr. Hensoldt entwickelt damit eine Bodenstation weiter, die das Battle Management System der Bundeswehr mit den fliegenden Einheiten des Heeres verbindet.
Hensoldt: Die wirtschaftliche Lage scheint aktuell nicht relevant!
Optarion verknüpft Führungsinformationssysteme am Boden mit den Hubschraubertypen Tiger, NH90 und CH-53GA. Die Einbindung erfolgt softwarebasiert und erfordert keine physischen Veränderungen an den Luftfahrzeugen. Das kann Umbauzeiten und Kosten reduzieren und erleichtert die Anpassung an unterschiedliche Einsatzanforderungen. Erfahrungen mit der Technik liegen bereits vor. Beim Kampfhubschrauber Tiger wurden neue Versionen der IT-Plattform und angepasste Software-Releases umgesetzt. Hensoldt hat außerdem eine internationale Ausführung der Missionsplanungsstation an einen NATO-Partner geliefert. Ein weiterer Vertrag wird zum Jahresende erwartet.
Neben Optarion arbeitet Hensoldt an einer umfassenderen Vernetzung von Informationen auf dem Gefechtsfeld. Gemeinsam mit dem KI-Unternehmen Helsing ist der Konzern an MDOCore beteiligt. Die Bundeswehr erprobt die Lösung derzeit in Fürstenfeldbruck zusammen mit Angeboten von insgesamt 30 Unternehmen. MDOCore soll Daten aus unterschiedlichen Quellen in Echtzeit zusammenführen und für militärische Einheiten nutzbar machen. Eine Einführung könnte bereits 2027 erfolgen. Über die Vergabe wurde noch nicht entschieden. Für Hensoldt würde ein Auftrag das bestehende Geschäft mit Sensoren um einen größeren Anteil digitaler Gefechtsfeldtechnik erweitern. Die Bundeswehr sucht in diesem Bereich auch nach europäischen Lösungen für die Verarbeitung militärischer Daten.
Auf der anderen Seite steht der Markt. Der jüngste Kursrückgang hat Hensoldt inzwischen weit vom 52-Wochen-Hoch bei 117,70 Euro entfernt. Ausgehend von 76,64 Euro beträgt der Abstand knapp 35 %. Analysten sehen für Hensoldt im Durchschnitt weiterhin erhebliches Kurspotenzial.
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