Bei Siemens Energy nimmt der Ausverkauf am Montag noch einmal erheblich an Tempo auf. Die Aktie verliert 7,5 % und fällt auf 133,40 Euro. Damit summiert sich das Minus innerhalb einer Woche auf rund 10 %, in vier Wochen sind bereits etwa 18 % verloren gegangen. Vom Kursgewinn seit Jahresbeginn sind nur noch rund 10 % übrig. Charttechnisch hat sich das Bild damit deutlich verschlechtert. Siemens Energy liegt etwa 12 % unter dem GD200 und rund 16 % unter der 100-Tage-Linie. Die Aktie befindet sich damit klar im Abwärtstrend. Die kräftigen Verluste der vergangenen Handelstage haben wichtige technische Marken in kurzer Zeit nach unten verschoben.
Keine schlechten Nachrichten!
Neue schlechte Unternehmensnachrichten liefern für den Einbruch am Montag allerdings keine unmittelbare Erklärung. Siemens Energy gerät vor allem im Zusammenhang mit der schwächeren Stimmung rund um KI-Aktien und die dafür benötigte Infrastruktur unter Druck. Am Wochenende hatten Diskussionen über ein möglicherweise langsameres Entwicklungstempo neuer KI-Modelle aus Sicherheitsgründen zusätzliche Zurückhaltung ausgelöst.
Für Siemens Energy ist diese Debatte relevant, weil ein Teil der hohen Erwartungen an das künftige Geschäft mit dem stark steigenden Energiebedarf von Rechenzentren verbunden ist. Zweifel an der Geschwindigkeit des KI-Ausbaus reichen derzeit aus, um auch Unternehmen aus dem Umfeld der benötigten Energieinfrastruktur unter Druck zu setzen.
Die Geschäftszahlen haben sich durch den Kurssturz nicht verändert. Siemens Energy verfügt weiterhin über einen Rekordauftragsbestand von mehr als 160 Milliarden Euro. Damit ist ein erheblicher Teil des künftigen Geschäfts bereits durch bestehende Bestellungen unterlegt.
Auch die Analysten haben ihre Einschätzungen bislang nicht im gleichen Tempo wie der Aktienmarkt zurückgenommen. Im Durchschnitt liegen ihre Kursziele bei mehr als 195 Euro. Von 133,40 Euro aus ergibt sich damit rechnerisch ein Potenzial von mehr als 46 %.
An der Börse zählt am Montag zunächst der massive Kursverlust. Mit 7,5 % Tagesminus und 18 % Verlust innerhalb von vier Wochen ist Siemens Energy technisch deutlich angeschlagen. Der Rekordauftragsbestand und die weiterhin hohen Analystenziele verhindern bislang nicht, dass die Aktie weiter verkauft wird.
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