Leichte Erholungstendenzen sind mittlerweile bei der Siemens Energy nicht mehr zu übersehen. 4,3 % sind es am Dienstag geworden, die Aktie kam auf einen Kurs in Höhe von 128,44 Euro. Die vorhergehende Schwäche ist nun zumindest halbwegs kaschiert. Allerdings befindet sich der Titel noch immer im Abwärtstrend. Die Stimmung war zeitweise durchaus besorgniserregend.
Ein Beispiel für die Gründe. Zuletzt gab es durchaus eine kritische Branchenstudie, die bei der Siemens Energy für Druck sorgte. Die britische Großbank Barclays stellt infrage, ob Ausrüster von KI-Rechenzentren ihre Preise weiterhin nahezu beliebig erhöhen können. Damit steht eine zentrale Hoffnung des Marktes zur Debatte: Selbst wenn der Bedarf an Rechenleistung kräftig wächst, muss sich das nicht automatisch in immer höheren Margen für die beteiligten Unternehmen niederschlagen.
Die KI-Industrie ist immer noch ein Sorgenkind für die Siemens Energy
Barclays begründet seine Skepsis mit den Konditionen, die große KI-Unternehmen bei der Anmietung zusätzlicher Rechenzentrumskapazitäten offenbar durchsetzen konnten. Demnach blieben die Preise zuletzt unverändert. Das wäre ein Hinweis darauf, dass Infrastruktur- und Netzwerkausrüster weniger Preissetzungsspielraum besitzen als teilweise angenommen. Neben Siemens Energy geriet auch die Konzernmutter Siemens im Zuge dieser Einschätzung unter Druck.
Ein Gegensignal kam jüngst indes gegen alle Schwächen auch aus der Serverbranche. Der US-Anbieter Super Micro hat seine Umsatzprognose für das jüngste Quartal um rund vier Milliarden Dollar angehoben. Die Anhebung verdeutlicht, dass die Nachfrage nach Rechenleistung weiterhin erheblich ist. Für Siemens Energy ist sie allerdings kein unmittelbarer Beleg für höhere Erlöse: Mehr verkaufte Server bedeuten nicht zwangsläufig, dass sich Turbinen, Transformatoren oder andere Anlagen für die Energieversorgung von Rechenzentren zu besseren Preisen verkaufen lassen.
Analysten sind ohnehin zuversichtlich. Die Kursziele reichen teils bis auf 245 Euro oder gar etwas mehr (im Fall der BofA). Am 11. folgen zudem die Zahlen zum 3. Quartal.
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