China bremst den Verkauf der ABB-Robotiksparte an SoftBank. Die zuständige Behörde für die Sicherheitsprüfung ausländischer Investitionen hat die Übernahme des China-Geschäfts untersagt, wie ABB am Donnerstag mitteilte. Die milliardenschwere Transaktion steht damit auf der Kippe.

Was hinter dem Verbot steckt

ABB hatte im Oktober 2025 vereinbart, die Sparte für einen Unternehmenswert von rund 5,4 Milliarden US-Dollar an den japanischen Technologieinvestor zu verkaufen. Beide Seiten betonen, weiterhin eng im Austausch zu stehen und konstruktiv an der Transaktion zu arbeiten. Zu möglichen Folgen für den Gesamtverkauf und den nächsten Schritten äußerte sich ABB zunächst nicht.

Als Hintergrund gelten Sicherheitsbedenken Pekings. Die Behörden sollen befürchtet haben, dass Daten aus der Robotikproduktion ins Ausland gelangen und dort zum Training von KI-Modellen dienen könnten.

Genannt werden dabei auch Modelle von OpenAI, an dem SoftBank maßgeblich beteiligt ist. Zudem soll geprüft worden sein, ob geistiges Eigentum in China verbleiben muss. Auch eine Abspaltung von Teilen des Geschäfts an chinesische Eigentümer sei erwogen worden.

Für SoftBank kommt der Entscheid offenbar überraschend. Noch vergangene Woche soll der Konzern mit einer Genehmigung gerechnet haben. Nun wird demnach geprüft, ob ein neuer Anlauf möglich ist.

Warum China so wichtig ist

China ist der größte Markt der Robotiksparte. Mehr als 90 Prozent der für chinesische Kunden bestimmten Roboter entstehen vor Ort, in Shanghai betreibt ABB seit 2022 eine Fabrik, die 150 Millionen Dollar kostete. Ein Verkauf ohne das China-Geschäft würde den Kern des Deals berühren.

Die Aktie gab an der SIX zwischenzeitlich um gut ein Prozent auf 69,67 Franken nach. Das ist eine moderate Reaktion, die darauf hindeuten könnte, dass der Markt noch auf eine Lösung setzt.

Der Verkauf ist Teil des Konzernumbaus. Ursprünglich war ein Börsengang der Sparte vorgesehen, SoftBanks Angebot galt jedoch als attraktiver. Die EU-Kommission hatte die Übernahme bereits genehmigt.

Finanzierung der Rotork-Übernahme

Brisant ist der Zeitpunkt. ABB rechnete bisher mit einem Nettoerlös von rund 5,3 Milliarden Dollar, der unter anderem für Zukäufe vorgesehen war. Erst kürzlich kündigte der Konzern die Übernahme des britischen Automatisierungsspezialisten Rotork für 5,5 Milliarden Dollar an. Konzernchef Morten Wierod hatte dabei ausdrücklich auf die erwarteten Einnahmen aus dem Robotikverkauf verwiesen.

Fällt der Erlös ganz oder teilweise weg, muss ABB die Finanzierung der Rotork-Übernahme anders darstellen. Klarheit darüber, ob der Deal in angepasster Form gerettet werden kann, hängt nun an den Gesprächen mit SoftBank und an Peking.