Für ABB steht beim blockierten Robotikverkauf vor allem der finanzielle Spielraum auf dem Spiel. Der vereinbarte Unternehmenswert von rund 5,4 Milliarden US-Dollar trifft auf ein Geschäft mit rückläufigen Ergebnissen. Eine tragfähige Lösung würde ABB Mittel für andere Übernahmen verschaffen; solange der Abschluss offenbleibt, ist diese Finanzierungsperspektive unsicher.

ABB und SoftBank arbeiten weiter an der Transaktion. ABB bestätigte die Entscheidung der chinesischen Auslandsinvestitions-Sicherheitsprüfungsstelle. Damit hängt der Eigentümerwechsel wesentlich davon ab, ob beide Unternehmen eine regulatorisch akzeptable Struktur finden.

Ergebnisentwicklung setzt den Verkaufspreis in Kontext

Wie Forbes Japan heute berichtet, erzielte die Robotiksparte 2024 einen Umsatz von 2,3 Milliarden US-Dollar und ein EBITDA von 313 Millionen US-Dollar. Diese Ergebnisgröße bezeichnet den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen.

Das Geschäft ging damit mit einer schwächeren operativen Ausgangslage in den Verkaufsprozess. Für Anleger ist der vereinbarte Unternehmenswert deshalb ein wichtiger Bezugspunkt: Seine finanzielle Wirkung entfaltet er erst, wenn die Transaktion tatsächlich zustande kommt.

Im Jahr 2023 hatte die Sparte noch 2,5 Milliarden US-Dollar Umsatz und 385 Millionen US-Dollar EBITDA erwirtschaftet. Beide Kennzahlen lagen damit über den Werten des Folgejahres.

Die Zahlen erklären, weshalb neben der grundsätzlichen Verkaufsfähigkeit auch die wirtschaftlichen Konditionen einer Lösung zählen. Eine veränderte Transaktionsstruktur müsste daran gemessen werden, welchen Teil des Geschäfts ABB abgibt und welche Mittel dem Unternehmen daraus zufließen.

China macht die Lösung anspruchsvoll

China steht für rund 30 Prozent des Robotikgeschäfts. Nach Bloomberg-Berichten erwägen ABB und SoftBank eine separat gehaltene Einheit für diesen Geschäftsbereich. Die Gespräche sind vorläufig; eine Einigung ist nicht bestätigt.

Eine solche Aufteilung könnte einen Weg zum Verkauf der übrigen Aktivitäten eröffnen, sofern die Behörden die neue Struktur akzeptieren. Zugleich würde sie den Umfang des ursprünglich vereinbarten Geschäfts verändern. Für ABB wären deshalb Eigentumsverhältnisse und Verkaufskonditionen gleichermaßen entscheidend.

Citigroup-Analyst Martin Wilkie schätzt, dass der Stopp ABBs Übernahmekapazität etwa halbiert und auf rund 5 Milliarden US-Dollar reduziert. Damit reicht die Bedeutung des Vorgangs über die Zukunft der Robotiksparte hinaus.

Für ABB spricht, dass die Unternehmen weiter an einer Lösung arbeiten. Belastend bleibt der eingeschränkte finanzielle Handlungsspielraum, solange kein umsetzbarer Abschluss feststeht. Der entscheidende Maßstab ist daher eine Vereinbarung, die regulatorische Zustimmung und wirtschaftlich tragfähige Konditionen verbindet.