Abivax hat den Sprung über den Atlantik mit Bravour gemeistert. Nach einer kurzen Handelspause kehrte die Aktie mit einem deutlichen Kurssprung auf das Parkett zurück. Der Markt feiert das milliardenschwere Finanzierungspaket aus den Vereinigten Staaten.

Kapital für den US-Markt

Abivax sicherte sich durch die Platzierung von American Depositary Shares (ADS) brutto rund 920 Millionen Dollar. Ursprünglich peilte das Biotech-Unternehmen ein Volumen von 800 Millionen Dollar an. Wegen der hohen Nachfrage übten die Banken ihre Mehrzuteilungsoption vollständig aus.

Das frische Kapital fließt direkt in die Vorbereitungen für den US-Markteintritt. Im Fokus steht der Hoffnungsträger Obefazimod. Der Wirkstoff durchläuft aktuell zulassungsrelevante Studien zur Behandlung von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen.

Parallel dazu treibt das Management die klinische Entwicklung für Morbus Crohn voran. Mit den Nettoerlösen aus der Kapitalerhöhung ist die Forschung für die kommenden Jahre finanziert.

Kurssprung nach Handelspause

Der Aktienkurs reagierte am Freitag mit einem Plus von fast zehn Prozent auf 136,10 Euro. Damit notiert der Wert nur noch knapp unter seinem Rekordhoch von 139,10 Euro. Die kurzzeitige Aussetzung des Handels auf der Euronext Paris hatte die nötige Ruhe für die Zuteilung der neuen Anteile geschaffen.

Innerhalb eines Jahres hat sich der Börsenwert des Unternehmens vervielfacht. Mit einem Zuwachs von über 1.900 Prozent gehört die Aktie zu den stärksten Werten im gesamten Sektor. Allerdings mahnt der Relative-Stärke-Index von 74 derzeit zur Vorsicht vor einer kurzfristigen Überhitzung.

Die massive Kapitalspritze verschafft Abivax die nötige Ausdauer für die kostspielige Zulassungsphase in den USA. Anleger konzentrieren sich nun auf die kommenden Daten der Phase-3-Studien zu Colitis ulcerosa. Diese Ergebnisse entscheiden letztlich über das kommerzielle Potenzial von Obefazimod.