Die Adecco-Aktie gerät zum Wochenschluss von zwei Seiten unter Druck: UBS stuft den Personaldienstleister auf „Sell“ ab und senkt das Kursziel auf 13 CHF, während der Kurs gleichzeitig auf ein neues Mehrjahrestief gefallen ist. Der Markt reagiert damit nicht nur auf die schwächere Einschätzung der Großbank, sondern auch auf die Frage, wie schnell sich das Geschäft operativ wirklich stabilisieren kann.
UBS macht den Ton rauer
Die Begründung der Analysten ist klar. Zwar legte der organische Umsatz im ersten Quartal um 5,3 Prozent zu, doch die Bruttomarge gab um 40 Basispunkte auf 18,8 Prozent nach. Genau dieser Mix ist für den Markt heikel: Wachstum allein reicht nicht, wenn die Profitabilität hinterherhinkt.
Hinzu kommt, dass die UBS kaum Anzeichen für eine kurzfristige Ergebniswende sieht. Das Kursziel von 13 CHF liegt deutlich unter den bisherigen Erwartungen und sendet ein unmissverständliches Signal zur operativen Vorsicht.
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Chartbild bleibt angeschlagen
Auch technisch sieht das Bild schwach aus. Die Aktie notiert bei 17,08 Euro, auf Wochensicht hat sie 1,04 Prozent verloren. Auf 30 Tage gerechnet steht ein Minus von 15,78 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn sind es 31,84 Prozent.
Besonders belastend ist der Abstand zu den gleitenden Durchschnitten. Die Notierung liegt 13,83 Prozent unter der 50-Tage-Linie und 27,47 Prozent unter der 200-Tage-Linie. Das 52-Wochen-Tief bei 16,35 Euro rückt damit in unmittelbare Nähe.
Schwacher Sektor, schwacher Mix
Der Gegenwind kommt nicht nur von der Analystenseite. In Europa zeigen die Arbeitsmarktdaten weiter eine Abschwächung, auch wenn die Erwerbslosenquote im Euroraum zuletzt bei rund 6,0 Prozent stabil blieb. Vorlaufende Indikatoren deuten auf weniger Dynamik im privaten Sektor hin, vor allem in Frankreich und den nordischen Ländern.
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Adecco versucht gegenzuhalten. Im ersten Quartal stieg das EBITA ohne Einmaleffekte um 24 Prozent auf 148 Millionen Euro, die bereinigte Marge lag aber nur bei 2,6 Prozent. Das ist solide, aber nicht stark genug, um die Skepsis am Markt zu drehen.
Verwässerung verstärkt den Druck
Zusätzlichen Druck bringt die jüngste Aktiendividende. Rund 53 Prozent der Aktionäre entschieden sich im Mai für neue Aktien, wodurch mehr als 5,2 Millionen zusätzliche Titel ausgegeben wurden. In einem ohnehin schwachen Umfeld erhöht das das Angebot am Markt spürbar.
Für die kommende Woche bleibt damit vor allem die Zone um das jüngste Tief entscheidend. Die hohe Volatilität von 54,98 Prozent zeigt, wie nervös der Titel gehandelt wird. Solange sich kein stabiler Boden bildet, dürfte jede Erholung schnell auf den Prüfstand kommen.
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