Der Sportartikelhersteller Adidas richtet seine Sponsoringstrategie neu aus. Während die Herzogenauracher den Ausbau neuer Kooperationen vorantreiben, endet das historische Bündnis mit dem Deutschen Fußball-Bund nach vielen Jahrzehnten zum Jahreswechsel.

Abschied vom DFB vor dem Klopp-Debüt

Beim Debüt von Bundestrainer Jürgen Klopp gegen die Niederlande läuft das DFB-Team im neuen Abschiedsdress auf. Das schwarze Trikot mit goldenen Streifen würdigt die mehr als 24.000 deutschen Amateurvereine. Ab 2027 übernimmt der US-Rivale Nike den Ausrüstervertrag. Medienberichten zufolge zahlt die Konkurrenz für das Mandat jährlich rund 100 Millionen Euro.

Für den fränkischen Konzern markiert dieser Wechsel das Ende einer Epoche. Das Unternehmen begleitete die Nationalelf bei mehreren Weltmeistertiteln. Der Verlust des traditionsreichen Aushängeschilds veranlasst das Management dazu, Marketingbudgets umzuschichten und andere Sportarten stärker in den Fokus zu rücken.

Expansion im US-Frauensport

Ein neuer Schwerpunkt liegt im US-Basketball. Wie Fox Business berichtet, sicherte sich Adidas eine mehrjährige Partnerschaft mit der Frauen-Liga Unrivaled. Der Konzern stattet ab der Saison 2027 die Teams mit Trikots und Trainingsbekleidung aus. Ergänzend liefert Adidas offizielle Fanartikel sowie Kollektionen für Nachwuchsprogramme.

Das Drei-gegen-Drei-Format umfasst acht Teams. Eine Besonderheit der Liga besteht darin, dass die meisten aktiven Spielerinnen direkte Unternehmensanteile halten. Eine jüngst abgeschlossene Finanzierungsrunde im August bezifferte den Gesamtwert der Liga auf 650 Millionen US-Dollar.

Mit diesem Schritt sichert sich der Sportartikelkonzern Zugang zu einer wachsenden Fangemeinde im nordamerikanischen Markt. Die Konzentration auf dynamische Wettbewerbe soll neue Wachstumsfelder erschließen, während etablierte Verträge im europäischen Spitzenfußball auslaufen.

Gegenwind im Marktumfeld

Am Kapitalmarkt spiegeln sich die strategischen Umbrüche und das herausfordernde Konsumumfeld wider. Die Adidas-Aktie verlor gestern 2,3 Prozent und ging bei 144,05 Euro aus dem Handel.

Zusätzlicher Verkaufsdruck entstand zuletzt durch verhaltene Signale aus dem Einzelhandel. Vor allem die jüngsten Geschäftszahlen des britischen Sporthändlers JD Sports drückten auf die Stimmung im gesamten Sektor. Die Anleger warten nun auf die anstehenden Quartalsberichte der internationalen Konkurrenz, um verlässliche Signale für die globale Nachfrageentwicklung zu erhalten.