Adidas hat in den USA einen Erfolg gegen Anbieter von Nachahmerwaren erzielt. Ein Bundesgericht in Florida sprach dem Unternehmen gestern Schadensersatz zu und erließ eine Unterlassungsverfügung. Für Anleger betrifft die Entscheidung den Schutz der Marke. Parallel baut Adidas seine Präsenz durch neue Partnerschaften und Kollektionen aus.

Schadensersatz und Unterlassungsverfügung

Medienberichten zufolge sprach das Gericht Adidas in einer Markenrechtsklage gegen 28 Anbieter von Nachahmerwaren einen gesetzlichen Schadensersatz von 23,16 Millionen US-Dollar zu. Hinzu kommt die Unterlassungsverfügung. Damit umfasst die Entscheidung sowohl einen finanziellen Anspruch als auch eine Maßnahme gegen die beanstandeten Angebote.

Für die Einordnung ist diese Unterscheidung wichtig: Der zugesprochene Schadensersatz ist nicht mit einem bereits vereinnahmten Geldbetrag gleichzusetzen. Die Unterlassungsverfügung richtet sich dagegen auf das Verhalten der beklagten Anbieter. Die Nachricht betrifft somit nicht allein einen möglichen finanziellen Effekt, sondern auch die Durchsetzung der Markenrechte.

Neue Partnerschaften und Kollektion

Während Adidas gegen Nachahmerwaren vorgeht, erweitert das Unternehmen seine sportlichen Partnerschaften. Melbourne Storm gab gestern eine mehrjährige Zusammenarbeit mit Adidas als offiziellem Ausrüstungspartner bekannt. Sie soll mit der Saison 2027 beginnen.

Auch in Kanada kommt eine Vereinbarung hinzu. Adidas Canada kündigte gestern einen mehrjährigen Vertrag mit dem Toronto-Maple-Leafs-Spieler Gavin McKenna an. Die beiden Meldungen betreffen damit unterschiedliche Formen der Zusammenarbeit: die Ausrüstung einer Mannschaft und die Partnerschaft mit einem einzelnen Spieler.

Im Produktgeschäft steht zugleich ein angekündigter Verkaufsstart an. Adidas Originals und Wales Bonner stellten am Dienstag ihre Herbst/Winter-Kollektion 2026 vor. Der weltweite Verkaufsstart wurde für heute angekündigt. Anders als die Partnerschaft mit Melbourne Storm ist diese Veröffentlichung damit auf das laufende Geschäft ausgerichtet.

Rekordquartal liefert finanziellen Hintergrund

Den finanziellen Hintergrund bilden die am 20. Oktober gemeldeten vorläufigen Rekordwerte für das dritte Quartal 2026. Adidas erzielte einen Umsatz von 7,252 Milliarden Euro und ein Betriebsergebnis von 1,008 Milliarden Euro.

Der Gerichtserfolg ergänzt diese operative Nachrichtenlage, ersetzt aber nicht die Bewertung des Geschäftsverlaufs. Dabei müssen Anleger zwischen dem Ergebnis des laufenden Geschäfts und besonderen Ergebnisbeiträgen unterscheiden.

Rund 200 Millionen Euro US-Zollrückerstattungen trugen zum Quartalsergebnis bei. Adidas hob die Prognose für das Betriebsergebnis 2026 auf rund 2,5 Milliarden Euro an. Die Markenrechtsentscheidung und die neuen Kooperationen ergänzen somit einen bereits angehobenen Ergebnisausblick, ohne selbst eine weitere Prognoseänderung zu begründen.