Adobe bringt seine generative Künstliche Intelligenz direkt in die Hosentasche. Mit dem Start von „AI Playground“ weitet der Software-Gigant seine Firefly-Technologie auf Smartphones aus. Parallel dazu sorgt ein angekündigter Wechsel an der Konzernspitze für Bewegung.

Das neue Tool ist Teil der Foto-App „Project Indigo“. Ausgewählte iPhone-Nutzer können damit Bilder direkt bei der Aufnahme bearbeiten. Die KI gibt automatisiertes Feedback zu Belichtung und Bildkomposition. Adobe will so seine Vormachtstellung von Desktop-Rechnern auf Mobilgeräte übertragen.

Analysten loben hohe Effizienz

Die Experten von CLSA sehen darin eine Bestätigung des Geschäftsmodells. Sie starteten die Abdeckung der Aktie am Montag mit „Outperform“. Das Kursziel liegt bei 300 US-Dollar. Die Analysten loben vor allem die hohe Produktivität je Mitarbeiter im Branchenvergleich. Sorgen über eine mögliche Verdrängung durch KI-Konkurrenten halten sie für übertrieben.

Operativ untermauerte der Konzern diese Einschätzung zuletzt. Im zweiten Geschäftsquartal stieg der Umsatz um 13 Prozent auf 6,62 Milliarden US-Dollar. Besonders stark wuchs das Segment der KI-Abonnements. Hier verdreifachte sich der jährlich wiederkehrende Umsatz auf über 500 Millionen Dollar.

Personalwechsel sorgt für Unsicherheit

Allerdings steht Adobe vor einer personellen Zäsur. Finanzchef Dan Durn verließ das Unternehmen bereits Mitte Juni. Nun sucht der Konzern zusätzlich einen Nachfolger für CEO Shantanu Narayen. Er wechselt demnächst in den Aufsichtsrat. Dieser Umbau an der Spitze belastet vorerst die Stimmung am Markt.

An der Börse herrscht derzeit Skepsis. Die Aktie notiert mit 203,70 Euro rund 15 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf über 30 Prozent. Die Umstellung auf Einstiegsmodelle für KI-Produkte drückt kurzfristig auf die Margen.

Die kommenden Monate entscheiden über den Erfolg der mobilen Strategie. Adobe muss beweisen, dass die neuen Gratis-Angebote langfristig zahlende Kunden binden. Anleger blicken nun auf die Neubesetzung des CEO-Postens. Eine baldige Nachfolgeregelung könnte die nötige Klarheit über die künftige Profitabilität bringen.