Ein 43-Millionen-Dollar-Auftrag des US-Verteidigungsministeriums katapultiert AeroVironment in den Fokus der Rüstungsinvestoren. Der Spezialist für unbemannte Systeme und taktische Raketen soll eine Phased-Array-Antenne für Hyperschall-Testplattformen integrieren – ein Milliardengeschäft der Zukunft. Der Aktienkurs reagierte prompt.
Pentagon setzt auf Hightech aus Kalifornien
Der Dreijahresvertrag zielt auf die Integration des PANTHER-Phased-Array-Antennensystems in die SkyRange-Testplattformen des Pentagons. Hyperschallwaffen gelten als strategische Schlüsseltechnologie – entsprechend intensiv sind die Testprogramme. AeroVironment profitiert direkt von dieser Rüstungsdynamik. Die Botschaft an den Markt: Der Konzern entwickelt sich vom Hardware-Lieferanten zum Software-zentrierten Plattformanbieter im Verteidigungssektor.
Parallel dazu treibt das Unternehmen seine Autonomie-Plattform AV_Halo voran. Auf der SOF Week 2026 in Florida präsentierte AeroVironment die neuen Module INSTINCT und DETECT. INSTINCT reduziert die Arbeitslast der Operateure durch KI-gestützte Sprachsteuerung – Bediener können Drohnen per Konversation tasken. DETECT nutzt KI für Echtzeit-RF-Erkennung in umkämpften Umgebungen. Die Tools sind ab sofort verfügbar und adressieren Aufklärungs-, Angriffs- und C-UAS-Missionen (Counter-Unmanned Aircraft Systems).
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Aktie mit Tagesgewinn – Jahresbilanz durchwachsen
Die Aktie notierte am Montag bei 155,00 Euro und legte damit am Vortag knapp 7 Prozent zu – direkte Reaktion auf den Pentagon-Auftrag. Über zwölf Monate steht ein Plus von 2,48 Prozent, seit Jahresbeginn jedoch ein Minus von 29,09 Prozent. Der RSI liegt bei 68,8 – noch nicht überkauft, aber nah dran. Mit 65,96 Prozent annualisierter Volatilität bleibt der Titel ein Zitterpapier.
Die Bewertungsdiskrepanz fällt ins Auge. Während eine DCF-Modellierung den inneren Wert auf 143 Euro schätzt – weit unter dem aktuellen Kurs – sieht eine andere Analyse Luft bis 280 Euro (37,8 Prozent Unterbewertung). Der Grund für die Skepsis: In den letzten zwölf Monaten verbuchte AeroVironment einen negativen Free Cashflow von 235 Millionen Dollar. Die Wende soll bis 2028 kommen: Dann prognostizieren Analysten 216 Millionen Dollar Free Cashflow, bis 2035 bereits 513 Millionen Dollar.
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Wachstumsstory oder Bewertungsfalle?
Für 2029 erwarten Analysten Umsätze von 2,8 Milliarden Dollar und Gewinne von 205,9 Millionen Dollar – ein jährliches Umsatzwachstum von 20,5 Prozent. Das ergäbe einen fairen Wert von 311 Dollar pro Aktie. Die günstigen, intelligenten Drohnen des Konzerns gelten als Trumpf im Rüstungswettlauf. Ein Risiko bleibt: Sollten geopolitische Spannungen abflauen, könnte die Nachfrage nach taktischen Raketen und Aufklärungsdrohnen nachlassen.
Bis 2028 soll der Free Cashflow in den positiven Bereich drehen – eine entscheidende Größe für die nachhaltige Bewertung. Anleger werden die Cashflow-Entwicklung genau verfolgen müssen.
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