Airbus liegt im Auftragsrennen weiter vorn. Boeing macht den Europäern aber dort Druck, wo es schnell ins Geld geht: bei den Auslieferungen. Die Nachfrage stimmt, nur der industrielle Takt bleibt der wunde Punkt.
Die Aktie zeigt sich am Donnerstag verhalten. Sie notiert bei 43,00 Euro, ein Plus von 0,47 Prozent; auf Wochensicht steht dennoch ein Minus von rund 10 Prozent.
Boeing setzt Airbus im April unter Druck
Im April sammelte Boeing 136 Bruttoaufträge ein, Airbus kam nur auf 28. Für Boeing war es der stärkste April seit langer Zeit. Der Monatsvergleich fällt damit klar zugunsten des US-Konzerns aus.
An der Jahresbilanz ändert das noch wenig. Bis Ende April liegt Airbus mit 436 Bruttoaufträgen vor Boeing mit 297. Auch netto bleibt der Vorsprung klar: Airbus kommt auf 405 Orders, Boeing auf 284.
Das ist die starke Seite der Airbus-Story. Airlines und Leasingfirmen bestellen weiter in großem Stil. Der Engpass liegt nicht beim Verkauf, sondern beim Weg vom Werkstor zum Kunden.
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Auslieferungen bleiben der Knackpunkt
Im April übergab Airbus 67 Flugzeuge an Kunden, nach 60 im März. Der Zuwachs kam vor allem aus dem Kurzstreckenprogramm. Dort lieferte Airbus wieder mehr Maschinen aus.
Von den April-Auslieferungen entfielen 60 auf Single-Aisle-Jets, darunter 55 aus der A320neo-Familie. Hinzu kamen einige Langstreckenflugzeuge aus den A350- und A330-Programmen.
Auf Jahressicht liegt Boeing dennoch vorn. Der US-Konzern hat 190 Flugzeuge ausgeliefert, Airbus 181. Der Abstand schrumpft aber spürbar.
Nach dem ersten Quartal lag Boeing noch 29 Maschinen vorn. Ende April waren es nur noch neun. Für Airbus ist das wichtig, weil die Übergabe den Großteil der Schlusszahlungen auslöst.
Triebwerke bremsen den Hochlauf
Airbus-Chef Guillaume Faury verweist auf „erhebliche Engpässe“ bei Pratt-&-Whitney-Triebwerken. Diese betreffen vor allem A320neo- und A220neo-Flugzeuge. Rund 40 Prozent der weltweiten A320-Familienflotte nutzt P&W-Antriebe.
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Die Folge: Zwischen Produktion und Auslieferung vergeht mehr Zeit. Im April stieg die durchschnittliche Spanne bei Schmalrumpfflugzeugen auf 31 Tage. Das war etwa eine Woche mehr als im März.
Damit wächst der Bestand an fertigen, aber noch nicht übergebenen Jets. Airbus arbeitet weiter am Produktionshochlauf für das A320neo-Programm. Das interne Ziel bleibt die höhere Rate 75.
Rückenwind liefert das Auftragsbuch. Ende April standen 8.971 Verkehrsflugzeuge im Bestand. Der größte Block entfällt mit 7.348 Jets auf die A320neo-Familie.
Beim Jahresziel von 870 Auslieferungen entspricht der Bestand rechnerisch gut zehn Jahren Produktion. Das gibt Sichtbarkeit, ersetzt aber keine pünktlichen Übergaben.
Im Mai kamen weitere Aufträge hinzu. Scoot, die Billigtochter der Singapore Airlines Group, orderte 11 Flugzeuge aus der A320neo-Familie. Airbus bleibt damit im Vertrieb stark positioniert.
Für die Aktie zählt nun vor allem der industrielle Nachweis. Der Kurs liegt seit Jahresanfang gut 12 Prozent hinten und knapp 9 Prozent unter der 200-Tage-Linie. Schließt Airbus den Lieferabstand weiter, bekommt das Jahresziel von 870 Jets mehr Gewicht.
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