Laut der Nachrichtenagentur Reuters lieferte der europäische Flugzeugbauer im September nach Angaben aus Branchenkreisen bis zu 72 Verkehrsflugzeuge aus. Damit erreichte der Konzern beinahe das Vorjahresniveau. Offizielle Daten gibt das Unternehmen mit seinem monatlichen Industrie-Bulletin am 8. Oktober bekannt; vorab lehnte Airbus eine Stellungnahme ab. An der Börse beendete die Aktie den Handel am Freitag bei 189,90 Euro.
Das Auslieferungstempo gewinnt für das anstehende Jahresende besondere Bedeutung. Airbus hält an seiner Jahresprognose fest, im Gesamtjahr rund 870 Zivilflugzeuge an Kunden zu übergeben. Lars Wagner, Chef der Verkehrsflugzeugsparte Airbus Commercial Aircraft, bekräftigte vor wenigen Tagen seine Zuversicht, diese Vorgabe trotz industrieller Engpässe zu erfüllen.
Qualitätskontrollen fordern das vierte Quartal
Zuletzt bremsten zusätzliche Kontrollen den Betriebsablauf. Zusammen mit dem Zulieferer Leonardo untersucht Airbus einen Mangel am Oberflächenschutz von 500 Rumpfelementen des Typs A321neo. Wegen dieser Prüfungen rutschte die Auslieferung von 20 Maschinen in das vierte Quartal.
Die Aufholjagd zum Jahresschluss erfordert daher hohe Kapazitäten. Analyst Douglas Harned vom Analysehaus Bernstein Research verwies am 30. September auf den weiten Weg bis zum Erreichen der Zielmarke von 870 Flugzeugen. Das Haus beließ die Einstufung für die Aktie dennoch auf „Outperform“ mit einem Kursziel von 240 Euro.
Fortschritte bei Großraumjets und Raumfahrt
Abseits der A321neo-Fertigung verzeichnete der Konzern operative Fortschritte im Großraumsegment. Die Fluggesellschaft KLM übernahm am Freitag ihr erstes Flugzeug des Typs A350-900. Bereits am 29. September absolvierte der neue Frachter A350F seinen Erstflug und startete damit in eine über neunmonatige Testphase.
Zusätzliche Bewegung gab es in der Raumfahrtsparte Airbus Defence and Space. Dieser Unternehmensbereich lieferte am Freitag 32 Satelliten an den Betreiber Eutelsat aus, die für einen anstehenden Start in den USA vorgesehen sind. Am Markt spiegelt sich die angespannte Lage der Lieferketten wider: Die Notierung liegt aktuell 14 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 221,25 Euro.
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