Airbus treibt seine Zulieferstrategie voran. Zusammen mit Safran übernimmt der Konzern den strategischen Metall-Lieferanten Aubert & Duval komplett. Und im Verteidigungsgeschäft gibt es einen neuen Partner aus Japan.
Volle Kontrolle bei Aubert & Duval
Am 25. Juni 2026 besiegelten Airbus und Safran den Deal. Sie übernehmen die Anteile von Tikehau Capital an Aubert & Duval. Künftig halten beide jeweils 50 Prozent an dem Spezialunternehmen. Der französische Staat behält eine „goldene Aktie“ und damit die Aufsicht über den Zulieferer.
Aubert & Duval gilt als kritisch für die heimische Luftfahrt- und Verteidigungsindustrie. Das Unternehmen setzt rund 960 Millionen Euro um und beschäftigt 4.400 Mitarbeiter. Acht seiner zehn Standorte liegen in Frankreich. Der Kauf muss noch von den Wettbewerbsbehörden freigegeben werden.
Eurodrone mit japanischer Technik
Nur einen Tag später folgte die nächste Ankündigung. Airbus Defence and Space unterzeichnete eine Absichtserklärung mit Kawasaki Heavy Industries. Thema: eine maritime Variante der Eurodrone für Japan.
Konkret soll Kawasaki die U-Boot-Abwehrsysteme für die japanische Version liefern. Das ist eine Premiere — erstmals arbeitet ein großer japanischer Industriekonzern bei einem Drohnenprojekt mit einem internationalen Hersteller zusammen.
Japan beobachtet das Eurodrone-Programm bereits seit 2023. Die Plattform ist für 40 Stunden Flugdauer ausgelegt. Der Erstflug ist für 2029 geplant.
Kurs und Ausblick
Die Airbus-Aktie notiert bei 47,60 Euro — ein Minus von 1,24 Prozent am Freitag. Damit liegt der Kurs 8,55 Prozent über der 50-Tage-Linie, aber nur knapp über dem 200-Tage-Durchschnitt. Auf Jahressicht steht ein Plus von 8,18 Prozent.
Trotz interner Diskussionen um die Präsenzpflicht hält Airbus am Produktionsziel fest: 870 Auslieferungen im Jahr 2026. Ob die Zukäufe und internationalen Projekte die langfristige Wettbewerbsposition stärken, bleibt abzuwarten. Die operative Entwicklung der kommenden Monate wird hier den Ausschlag geben.
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