Airbus investiert in die Zukunft seiner Raumfahrt- und Rüstungsaktivitäten. An den drei Standorten der Sparte Defence and Space in Toulouse startete der Konzern ein umfassendes Modernisierungsprogramm. Das Vorhaben umfasst ein Investitionsvolumen von mehreren zehn Millionen Euro. Die Maßnahmen sollen die Arbeitsbedingungen spürbar verbessern und künftige Fachkräfte für den Luft- und Raumfahrtkonzern anziehen.

Rund 5.000 Beschäftigte arbeiten in der südfranzösischen Metropole für den Bereich. Im vergangenen Jahr verlegte Airbus bereits die Serienfertigung für OneWeb-Satelliten aus Florida nach Toulouse zurück.

Bis Ende 2027 soll neben einem weiteren Verpflegungsstandort auch eine neue Metrostation am Parc du Canal fertiggestellt sein. Für Ende 2028 ist die Eröffnung des Aerospace Campus geplant. Die Modernisierung erfolgt nach Unternehmensangaben unabhängig vom Fusionsprojekt Bromo.

Hohe Auslastung im zivilen Kerngeschäft

Der Ausbau der Rüstungsstandorte trifft auf ein anziehendes Geschäft mit Passagierjets. Im ersten Halbjahr 2026 steigerte Airbus den Konzernumsatz um 12 Prozent auf 33,2 Milliarden Euro. Unterm Strich erwirtschaftete der Konzern dabei einen Milliardengewinn, wenngleich Vorleistungen für Hochläufe den freien Barmittelfluss vorübergehend belasteten.

Ein hoher Auftragsbestand sichert den Werken eine langfristige Grundauslastung. Das Orderbuch umfasste zuletzt 9.222 Verkehrsflugzeuge. Um die weltweite Nachfrage zu bedienen, soll die monatliche Fertigungsrate für die A320-Familie bis Ende 2027 auf 70 bis 75 Maschinen steigen. Dieser Produktionshochlauf verlangt den Zulieferketten weiterhin erhebliche Anstrengungen ab.

Fortschritte bei A321XLR und A350F

Parallel zur Weiterentwicklung der Standorte verzeichnet das Unternehmen wichtige Programmschritte. Am heutigen Sonntag erhielt United Airlines ihren ersten Jet vom Typ A321XLR mit GTF-Advantage-Triebwerken von Pratt & Whitney. Damit erreicht das jüngste Langstreckenmodell mit nur einem Mittelgang eine weitere Fluggesellschaft.

Zudem steht bei den Großraumflugzeugen ein bedeutender Termin bevor. Für kommenden Dienstag bereitet Airbus den Erstflug des Frachters A350F mit dem Prototyp F-WXLD vor. Die Maschine schloss am Freitag bereits einen Startabbruch bei hoher Geschwindigkeit planmäßig ab.

Die Zertifizierung durch die europäischen und US-amerikanischen Aufsichtsbehörden ist für Mitte 2027 vorgesehen, bevor bis Ende 2027 die ersten Auslieferungen an Frachtkunden starten sollen.

Zum Handelsschluss am Freitag notierte die Airbus-Aktie bei 194,10 Euro. Damit bewegt sich das Papier 12 Prozent unter seinem bisherigen 52-Wochen-Hoch.