Airbus hat im April wieder mehr Flugzeuge ausgeliefert. Das hilft der Stimmung, löst aber das Kernproblem nicht. Der Konzern hat volle Auftragsbücher, kämpft jedoch weiter mit Engpässen bei Triebwerken und einem anspruchsvollen Jahresziel.
April bringt Tempo zurück
Der April brachte den bisher besten Liefermonat des Jahres. Airbus übergab 67 Flugzeuge an Kunden. Im Vormonat waren es 60 Maschinen.
Der Mix zeigt, wo die Musik spielt. Der Schwerpunkt lag klar auf Kurzstreckenjets, mit 60 Single-Aisle-Maschinen. Widebody-Modelle kamen nur auf sieben Auslieferungen.
Seit Jahresbeginn steht Airbus bei 181 Auslieferungen, Boeing bei 190. Für das eigene Ziel von 870 Maschinen braucht Airbus im restlichen Jahr deutlich mehr Tempo.
Das verschiebt den Druck nach hinten. Ein starker Monat reicht nicht, wenn der Konzern über viele Monate hinweg eine deutlich höhere Schlagzahl liefern muss.
Auf der Auftragsseite sieht das Bild besser aus. In den ersten vier Monaten sammelte Airbus 436 Bruttoaufträge ein. Boeing kam auf 297.
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Nach Stornierungen und Umwandlungen liegt Airbus bei 405 Nettoaufträgen. Boeing steht bei 284. Die Nachfrage bleibt damit nicht das Problem.
Der Auftragsbestand ist der starke Gegenpol zum Lieferengpass. Ende April standen 8.971 Flugzeuge in den Büchern. Die A320neo-Familie dominiert mit 7.348 Maschinen.
Pratt & Whitney bleibt der Engpass
Der zentrale Flaschenhals liegt weiter bei Pratt & Whitney. Fehlende Geared-Turbofan-Triebwerke bremsen die A320neo-Familie und erschweren den Hochlauf.
Im ersten Quartal lieferte Airbus 114 Verkehrsflugzeuge aus. Das zeigt, wie stark Lieferketten und Lageraufbau den Takt noch begrenzen.
Bis Ende 2027 will Airbus monatlich 70 bis 75 Flugzeuge der A320-Familie bauen. Danach soll sich der Takt am oberen Ende dieser Spanne stabilisieren.
Das Problem ist sichtbar. Rümpfe ohne Triebwerke stauen sich immer wieder vor den Endmontagelinien. Die Folge: Auslieferungen rutschen in die späteren Monate.
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Schwaches Quartal, volle Kasse
Die Finanzzahlen spiegeln den operativen Druck. Der Umsatz sank um 7 Prozent auf 12,7 Milliarden Euro. Das bereinigte EBIT lag bei 300 Millionen Euro.
Besonders hart traf es das Verkehrsflugzeuggeschäft. Dort brach das bereinigte EBIT um 84 Prozent auf 81 Millionen Euro ein.
Der freie Cashflow vor Kundenfinanzierung lag bei minus 2,485 Milliarden Euro. Die Bruttoliquidität betrug 25,2 Milliarden Euro, die Nettoliquidität 9,8 Milliarden Euro.
Damit hat Airbus finanzielle Luft, um den Hochlauf abzusichern. Der Konzern hält am Jahresausblick fest: rund 870 Auslieferungen, etwa 7,5 Milliarden Euro bereinigtes EBIT und rund 4,5 Milliarden Euro freier Cashflow.
Neben dem Zivilflugzeuggeschäft baut Airbus sein Verteidigungs- und Cybergeschäft aus. Im April vereinbarte die Sparte Defence and Space die Übernahme von Quarkslab. Der Abschluss wird im Laufe von 2026 erwartet, sofern Konsultationen und Genehmigungen durchlaufen sind.
Die Aktie zeigt den operativen Druck bereits. Am Freitag schloss sie bei 42,00 Euro, ein Minus von 2,33 Prozent. Über sieben Tage summiert sich der Rückgang auf 6,67 Prozent, seit Jahresanfang auf 14,29 Prozent.
Der RSI von 10,9 signalisiert eine stark überverkaufte Lage. Zugleich liegt der Kurs 11,03 Prozent unter der 200-Tage-Linie. Hält Airbus im Mai und Juni ein höheres Liefertempo, gewinnt die Jahresprognose Glaubwürdigkeit. Bleibt der Triebwerksengpass dominant, rückt das Ziel stärker in die zweite Jahreshälfte.
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