Seit Jahresbeginn hat sich der Kurs von Aixtron mehr als verdreifacht. Am Donnerstag markierte die Aktie bei 45,75 Euro ein neues Zehnjahreshoch — ein Anstieg, der weit über normale Branchengewinne hinausgeht.

Warum der Kurs so stark zieht

Hinter der Rally steckt eine klare These: KI-Rechenzentren brauchen leistungsfähige Hardware. Aixtron liefert die Anlagen, mit denen Hersteller Optoelektronik sowie Leistungshalbleiter aus Siliziumkarbid und Galliumnitrid produzieren. Beide Materialien sind zentral für schnelle Datenübertragung und energieeffiziente Chips.

Besonders das Lasergeschäft entwickelt sich zum Wachstumsmotor. Das Management erwartet, dass die Nachfrage nach Datacom-Lasern 2026 mehr als doppelt so hoch ausfällt wie im Vorjahr. Marktbeobachter sehen Aixtron in der Frühphase eines mehrjährigen Optoelektronik-Zyklus.

Malaysia als Antwort auf Zollrisiken

Parallel zur operativen Neuausrichtung baut Aixtron seine Produktion geografisch aus. Rund 40 Millionen Euro fließen in ein neues Werk in Malaysia. Der Standort übernimmt Montage, Tests und Engineering-Support — und soll mögliche US-Sonderzölle abfedern.

Das macht strategisch Sinn. Asien generiert bereits 60 Prozent des Konzernumsatzes. Die Investitionen verteilen sich auf die zweite Jahreshälfte 2026 und Anfang 2027.

Finanziell steht das Unternehmen solide da: Der Free Cashflow liegt bei 181,9 Millionen Euro, die Eigenkapitalquote bei 88 Prozent.

Kursziel deutlich unter aktuellem Kurs

Jefferies-Analyst Om Bakhda stuft die Aktie weiterhin mit „Buy“ ein. Sein Kursziel: 35 Euro. Das liegt rund 22 Prozent unter dem aktuellen Kurs. Bakhda sieht die Wandelschuldverschreibung und den Malaysia-Ausbau als Vorbereitung auf mittelfristig stark wachsendes Geschäft in Optoelektronik und GaN.

Das Kursziel zeigt das zentrale Spannungsfeld. Der Markt preist bereits ein Wachstum ein, das sich in den Zahlen noch nicht widerspiegelt. Am 30. April legt Aixtron die Ergebnisse für das erste Quartal 2026 vor. Auftragseingang und Ausblick werden zeigen, ob die Erwartungen auf solider Grundlage stehen.