Aixtron Aktie: Renesas-Auftrag stützt Aufwärtstrend

Trotz schwachem Quartalsumsatz treiben Milliarden-Deals den Aixtron-Kurs. Das Papier nähert sich dem 52-Wochen-Hoch.

Aixtron Aktie
Kurz & knapp:
  • Kurs nähert sich 52-Wochen-Hoch
  • Zwei Großaufträge von Lumentum und Renesas
  • Umsatz im ersten Quartal enttäuscht
  • Jahresprognose für Auftragseingang angehoben

Schwacher Quartalsumsatz, aber die Anleger jubeln. Bei Aixtron klaffen die jüngsten Geschäftszahlen und die Stimmung an der Börse weit auseinander. Ein massiver Auftragseingang treibt den Kurs. Das Papier kratzt aktuell am 52-Wochen-Hoch von 54,34 Euro.

Seit Jahresanfang verzeichnet das Wertpapier ein Plus von rund 173 Prozent. Am Freitag schloss die Aktie bei 53,40 Euro. Damit notiert sie weit über der 50-Tage-Linie von 41,62 Euro.

Die Bewertung ist mittlerweile sportlich. Für 2027 liegt das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis bei rund 43. Das EV/EBIT-Verhältnis erreicht einen Wert von etwa 30.

Großaufträge sichern Jahresziele

Zwei wichtige Deals stützen den Aufwärtstrend. Der US-Konzern Lumentum bestellte im Mai mehrere G10-AsP-Systeme. Diese Anlagen produzieren Laser und Detektoren auf Indiumphosphid-Basis. Solche Bauteile sind für riesige KI-Rechenzentren unverzichtbar.

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Parallel dazu wächst das Galliumnitrid-Geschäft. Aixtron lieferte dem japanischen Chip-Hersteller Renesas mehrere Planetary-Systeme. Renesas baut damit seine Massenproduktion für Elektromobilität und Schnellladeinfrastruktur aus. Die Anlagen sind bereits in Betrieb.

Volle Auftragsbücher, schwacher Umsatz

Im ersten Quartal 2026 verbuchte Aixtron Bestellungen im Wert von 171 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es nur 132 Millionen Euro gewesen. Daraufhin hob der Vorstand die Jahresprognose an. Das neue Ziel für den Auftragseingang liegt bei rund 560 Millionen Euro.

Der Umsatz enttäuschte indes. Mit 59 Millionen Euro blieb er deutlich unter den Markterwartungen und halbierte sich im Jahresvergleich nahezu. Dennoch rechnet das Management für das Gesamtjahr mit einer höheren Profitabilität. Die erwartete operative Marge steigt auf bis zu 20 Prozent.

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Das Optoelektronik-Segment dominierte das erste Quartal mit fast 70 Prozent der Bestellungen. Galliumnitrid-Anlagen trugen lediglich drei Prozent zum Erlös bei. Eine Erholung im Siliziumkarbid-Bereich erwartet Aixtron frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2026.

Das makroökonomische Umfeld bleibt durchwachsen. Der ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Mai leicht an. Die Investitionen in Ausrüstung sanken zuletzt um 1,2 Prozent. Das bremst die allgemeine Euphorie im Sektor.

Der nächste Härtetest folgt im Sommer. Im Juli 2026 präsentiert Aixtron den Halbjahresbericht. Dann müssen Auslieferungstempo und operative Marge beweisen, ob die hohe Bewertung der Aktie gerechtfertigt ist.

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