Alibaba vollzieht den Schwenk zum KI-Konzern. Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 treibt die Nachfrage nach Anwendungen für Künstliche Intelligenz das Cloud-Geschäft massiv an. Erstmals steuerten KI-Produkte 30 Prozent zum externen Cloud-Umsatz bei.

Cloud-Wachstum durch KI-Nachfrage

Die Cloud Intelligence Group steigerte ihren Erlös um 38 Prozent auf 41,63 Milliarden Yuan. Parallel dazu verzeichnete das Segment der KI-Modelle und Anwendungsdienste ein deutliches Wachstum. Der jährlich wiederkehrende Umsatz in diesem Bereich liegt bereits bei über 35 Milliarden Yuan.

Die Nachfrage nach speziellen Schnittstellen-Diensten (API) verzehnfachte sich zuletzt im Vergleich zum Vorjahresende. Trotz dieser operativen Fortschritte reagiert der Markt verhalten. Die Aktie verliert aktuell 5,77 Prozent auf 114,40 Euro.

Hohe Investitionen belasten operatives Ergebnis

Damit weitet sich das Minus seit Jahresbeginn auf fast 14 Prozent aus. Der Umbau ist kostspielig: Alibaba verbuchte einen operativen Verlust von 848 Millionen Yuan, da der Konzern massiv in Rechenzentren investiert.

Das bereinigte EBITA sank infolge dieser Ausgaben um 84 Prozent auf 5,10 Milliarden Yuan. Indes verdoppelte sich der Quartalsnettogewinn nahezu auf 25,48 Milliarden Yuan. Aktionäre erhalten eine Dividende von 1,05 US-Dollar je Aktie, deren Auszahlung für Juli geplant ist.

Analysten bewerten die Neuausrichtung überwiegend positiv. Morgan Stanley hob das Kursziel auf 190 US-Dollar an, Nomura sieht den fairen Wert sogar bei 207 US-Dollar. Die Experten verweisen auf die Skalierbarkeit des neuen Geschäftsmodells.

Die Zielsetzung des Managements bleibt ehrgeizig. Innerhalb des nächsten Jahres soll der Anteil von KI-Lösungen am Cloud-Umsatz auf über 50 Prozent steigen. Im Juni folgt der Ex-Tag für die anstehende Dividendenzahlung.