Krieg ist das neue Hauptrisiko für Unternehmen weltweit – noch vor zivilen Unruhen. Das zeigt eine aktuelle Studie von Allianz Commercial. Für den Versicherungskonzern bedeutet das steigende Nachfrage nach Spezialdeckungen. Gleichzeitig meldet die Allianz für das erste Quartal 2026 einen operativen Rekord.

Ein Widerspruch? Eher das Gegenteil. Die Allianz profitiert von einer unruhigen Welt.

Krieg verdrängt zivile Unruhen

Mehr als 50 Prozent der befragten Unternehmen sehen bewaffnete Konflikte als größte Bedrohung für ihr Geschäft. In Deutschland liegt der Wert bei 63 Prozent. Das allgemeine Konfliktrisiko für Firmenvermögen stieg laut Studie in fünf Jahren um über 20 Prozent. Betriebsunterbrechungen und Lieferketten-Störungen nennt rund jedes zweite Unternehmen als größte Folgeschäden.

Die Folgen: Unternehmen bauen ihre Lieferketten um. Fast die Hälfte plant eine breitere Aufstellung, rund 35 Prozent prüfen Nearshoring. Parallel dazu wächst die Nachfrage nach Policen gegen politische Gewalt und Terrorismus. Die Allianz passt ihre Zeichnungspolitik an und bewertet Risiken in Schlüsselregionen neu.

Operativer Rekord im ersten Quartal

Trotz des schwierigen Umfelds lief das operative Geschäft besser denn je. Das Geschäftsvolumen stieg um 3,5 Prozent auf 53,0 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis erreichte mit 4,5 Milliarden Euro einen Rekordwert – ein Plus von 6,6 Prozent. Der bereinigte Jahresüberschuss legte sogar um 48,4 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro zu.

Wachstumstreiber war das Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft. Die Solvency-II-Quote verbesserte sich auf 221 Prozent. Damit bleibt die Kapitalausstattung des Konzerns auf solidem Niveau.

Die Allianz-Aktie notiert bei 386,20 Euro und liegt damit nur 2,2 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 394,80 Euro. Der RSI von 70,6 deutet auf eine leichte Überkauftheit hin – kein Wunder bei einem Plus von rund 10,5 Prozent in den letzten zwölf Monaten.

Ein laufendes Aktienrückkaufprogramm von bis zu 2,5 Milliarden Euro untermauert die Aktionärsperspektive. Die Fähigkeit, komplexe geopolitische Risiken präzise zu kalkulieren, entscheidet künftig darüber, wie profitabel die Allianz in diesem Segment bleibt. Die Nachfrage nach solchen Lösungen – sie steigt tendenziell weiter.