Der Aktienrückkauf von Almonty Industries im Volumen von bis zu 300 Millionen US-Dollar nimmt konkrete Form an. Nach der Genehmigung durch den Vorstand vor wenigen Tagen soll das Programm nun über den offenen Markt via Nasdaq sowie über alternative Handelsplattformen abgewickelt werden. Damit rückt die Umsetzung der Kapitalmaßnahme in den Vordergrund, während im Hintergrund die operativen Fortschritte am südkoreanischen Sangdong-Projekt weiterlaufen.

Rückkauf nimmt Fahrt auf

Bis zu 14,4 Millionen Stammaktien, rund fünf Prozent des Grundkapitals auf Basis des Bestands vom 14. August, kann das Unternehmen über einen Zeitraum von 36 Monaten zurückkaufen. Dass die Ausführung nun über den freien Markt erfolgt und nicht etwa über ein Tenderverfahren, gibt Almonty Flexibilität bei Timing und Preis.

Die Aktie hatte den KfW-Kredit vor über einem Monat vollständig zurückgezahlt, seither hat sie um 21,4 Prozent nachgegeben – ein Kursniveau, das den Rückkauf aus Unternehmenssicht potenziell günstiger macht.

Produktion in Sangdong nimmt Substanz an

Während der Rückkauf die Kapitalseite bestimmt, liefert der operative Fortschritt am Sangdong-Bergwerk die eigentliche fundamentale Grundlage. Die kommerzielle Verarbeitung war Anfang Juli angelaufen, und zum Ende des zweiten Quartals hatte sich dort ein Erzlager von 139.700 Tonnen mit einem durchschnittlichen Gehalt von rund 0,25 Prozent WO₃ angesammelt. Dieser Lagerbestand bildet die Basis für die weitere Hochfahrphase der Anlage und dürfte in den kommenden Quartalsberichten sichtbar werden.

Die Zahlen zum zweiten Quartal, die das Unternehmen kürzlich vorlegte, unterstreichen die Dynamik: Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 498 Prozent auf 43,0 Millionen kanadische Dollar.

Der Nettogewinn erreichte 181,8 Millionen kanadische Dollar, getrieben maßgeblich von 173,1 Millionen kanadische Dollar an nicht zahlungswirksamen Neubewertungsgewinnen auf Derivate. Das bereinigte EBITDA drehte von einem Verlust von 4,8 Millionen kanadische Dollar im Vorjahresquartal auf einen Gewinn von 17,6 Millionen kanadische Dollar.

Analysten mit gemischtem Bild

Diamond Equity senkte am 19. August seine Gewinnprognose je Aktie für das Geschäftsjahr 2026 auf 0,39 US-Dollar von zuvor 0,55 US-Dollar. Als Begründung nannte das Analystenhaus schwächere kurzfristige Ertragsaussichten, hielt an einer insgesamt positiven Grundeinschätzung jedoch fest.

Wenige Tage zuvor, am 12. August, hatte Weiss Ratings seine Bewertung von „sell (d-)“ auf „hold (c-)“ angehoben – ein Schritt, der eher als vorsichtige Stabilisierung als als klares Kaufsignal zu lesen ist.

Strukturelle Weichenstellungen

Parallel zur operativen und analytischen Entwicklung hat Almonty auch an der Börsenstruktur gearbeitet. Die Notierung an der Toronto Stock Exchange wurde zum 31. Juli freiwillig eingestellt, die Delistung von der Australian Securities Exchange soll zum 1. September folgen.

Zugleich wurde das langfristige Abnahmeabkommen mit Global Tungsten & Powders im Juli um sechs Jahre verlängert, das Volumen um 40 Prozent erhöht und die Konditionen um rund 6,3 Prozent verbessert.

Ende Juni war die Aktie zudem in den Russell 1000 und den Russell 3000 aufgenommen worden, nachdem das Unternehmen bereits im Juni eine überzeichnete Anleihe über 800 Millionen US-Dollar platziert hatte.

Die nächsten Quartalszahlen sind für den 17. November angesetzt. Bis dahin dürfte der Markt vor allem beobachten, wie zügig Almonty das Rückkaufprogramm über den offenen Markt tatsächlich abarbeitet.