Jahrelang lag der Fokus auf einem einzigen Großprojekt in Südkorea. Jetzt ändert Almonty radikal den Kurs. Mit einer prall gefüllten Kriegskasse im Rücken bläst der Wolfram-Spezialist zur Übernahmejagd. Das Ziel ist klar: Die Dominanz westlicher Lieferketten für kritische Mineralien.

Vorstandschef Lewis Black formuliert klare Ambitionen. Rund 260 Millionen US-Dollar an liquiden Mitteln lagen Ende des ersten Quartals in der Bilanz. Ein Teil dieser Reserven fließt künftig in hochprofitable Wolfram-Projekte außerhalb des bisherigen Portfolios. Almonty sucht aktiv nach Übernahmezielen und Joint Ventures. Die Börse honoriert diesen Expansionsdrang längst. Auf Jahressicht steht ein massives Kursplus von über 600 Prozent zu Buche. Aktuell pendelt das Papier bei 25,56 Kanadischen Dollar.

Leihgebühren steigen rasant

Parallel dazu verändern sich die Marktstrukturen. Die Leihgebühr für Almonty-Papiere sprang zuletzt auf 5,78 Prozent nach oben. Das signalisiert ein wachsendes Interesse im Wertpapierleihgeschäft. Mit einer Marktkapitalisierung von fast fünf Milliarden US-Dollar ist das Unternehmen der Nische entwachsen. Analysten bescheinigen dem Konzern eine moderate finanzielle Stabilität auf dem Weg vom reinen Entwickler zum Produzenten.

Produktionsstart rückt näher

Operativ stehen entscheidende Monate an. Das 2025 erworbene Gentung-Projekt im US-Bundesstaat Montana soll in der zweiten Jahreshälfte die Produktion aufnehmen. Der Standort stärkt die Rolle als Kernlieferant für die amerikanische Rüstungsindustrie.

Zeitgleich nähert sich die Sangdong-Mine in Südkorea dem kommerziellen Vollbetrieb. Ab Ende des Jahres rollt dort der Abbau. Nach Abschluss der Ausbauphase soll die Anlage rund 40 Prozent des globalen Wolframbedarfs außerhalb Chinas decken. Bis dahin spült die portugiesische Panasqueira-Mine dank rekordhoher Spotpreise das nötige Kapital in die Kassen.

Die organisatorischen Weichen für die nächste Wachstumsphase sind gestellt. Am 1. Juni übernimmt Jorge Beristain offiziell den Posten des Finanzchefs. Nur acht Tage später, am 9. Juni, stimmt die Hauptversammlung in Toronto über die Neubesetzung des siebenköpfigen Verwaltungsrats ab. Dieses Gremium wird maßgeblich darüber entscheiden, in welche konkreten Übernahmeziele die millionenschweren Barreserven fließen.