Weißes Haus, Rüstungsbosse, kritische Metalle — und mittendrin eine Aktie, die trotz bester Argumente nachgibt. Almonty Industries verlor am Mittwoch knapp fünf Prozent auf 24,58 CAD. Das Paradoxe: Ausgerechnet ein Treffen im Weißen Haus, das den Bedarf an Wolfram unterstreicht, sorgte nicht für Kursauftrieb.

Trump bestellt die Rüstungsindustrie ein

US-Präsident Trump lud am 24. Juni die Spitzen der amerikanischen Rüstungsbranche ins Weiße Haus. Lockheed Martin, RTX, Boeing, L3Harris, Northrop Grumman und Honeywell — alle waren vertreten. Der Anlass: kritisch niedrige Bestände an Raketen und Munition nach dem jüngsten Iran-Konflikt. Washington will die Produktion von Patriot-Abfangraketen und Tomahawk-Marschflugkörpern rasch hochfahren.

Die Industrie signalisierte Bereitschaft. Allerdings fehlen klare Finanzierungszusagen — ein Problem, das die US-Schuldenlage verschärft.

Wolfram als strategische Ressource

Wolfram ist unverzichtbar für panzerbrechende Munition und Luft- und Raumfahrtanwendungen. Almonty produziert das Metall außerhalb Chinas — ein entscheidender Vorteil, seit Peking die Exportkontrollen für kritische Rohstoffe verschärft hat. Westliche Regierungen suchen seither aktiv nach alternativen Lieferquellen. Andere Unternehmen wie Resolution Minerals treiben Bohrprogramme in Idaho voran, um heimische Vorkommen zu erschließen. Die Nachfrage ist real. Die Frage ist, wann sie sich in konkreten Abnahmeverträgen niederschlägt.

Starke Jahresbilanz, kurzfristiger Gegenwind

Der Tagesrückgang fügt sich in eine schwächere Phase ein: Über 30 Tage verlor die Aktie rund neun Prozent und notiert knapp neun Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 27,08 CAD. Vom Jahreshoch bei 33,35 CAD ist sie gut 26 Prozent entfernt.

Die längerfristige Perspektive sieht anders aus. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von über 100 Prozent, auf Zwölfmonatssicht sogar rund 406 Prozent. Der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei 17,88 CAD — die Aktie notiert gut 37 Prozent darüber. Der langfristige Aufwärtstrend ist intakt.

Der nächste Kurstreiber dürfte weniger aus Washington kommen als aus der Beschaffungspraxis: Sobald die US-Regierung konkrete Verträge zur Aufstockung strategischer Reserven vergibt, rückt Almonty als einer der wenigen westlichen Wolfram-Produzenten automatisch in den Mittelpunkt.