Wolfram galt lange als klassisches „Kriegsmetall“ – unverzichtbar für Panzerungen und Geschosse. Diese Zeit ist vorbei. Laut Almonty-CEO Lewis Black hat sich das Material in einen kritischen Engpassfaktor für die Halbleiter- und KI-Industrie verwandelt. „Wolfram ist zur Achillesferse der modernen Chipfertigung geworden“, so Black.
Warum die Chipindustrie auf Wolfram angewiesen ist
Die extreme Dichte und der hohe Schmelzpunkt machen Wolfram für Chemie und Militär unersetzlich. Doch der eigentliche Treiber ist heute die Halbleiterindustrie. Sie benötigt Wolframhexafluorid (WF₆) für die Chip-Produktion. Südkoreas Giganten Samsung und SK Hynix sind auf stabile Lieferungen angewiesen.
Das Problem: China kontrolliert rund 80 Prozent der globalen Wolframförderung. Peking schränkt Exporte zunehmend ein und wird selbst zum Nettoimporteur – für die eigene Verteidigungs- und Hightech-Industrie. Für westliche und asiatische Hersteller entstehen dadurch akute Versorgungsrisiken.
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Der Umzug nach Montana
Almonty reagiert. Im April 2026 verlegte das Unternehmen seinen Hauptsitz von Toronto nach Dillon, Montana. Begründung: Nähe zu US-Behörden, Rüstungskonzernen und Industriekunden.
Parallel entwickelt Almonty das Gentung Browns Lake Tungsten Project im selben Bundesstaat. Die historische Mine hatte einst das US-Strategielager beliefert. Für 9,75 Millionen Dollar kaufte Almonty das Projekt Ende 2025. Die Wiederaufnahme der Produktion ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant.
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Drei Minen, eine Strategie
Almontys wichtigstes Asset bleibt die Sangdong-Mine in Südkorea – eines der größten und hochwertigsten Wolframvorkommen außerhalb Chinas. Im März 2026 feierte das Unternehmen den Abschluss von Phase 1.
Hinzu kommen die Panasqueira-Mine in Portugal und das künftige Gentung-Projekt. Almonty etabliert sich damit als konfliktfreier Wolfram-Lieferant für ein breites Spektrum von Industrien.
Die Aktie notierte zuletzt bei 28,25 CAD – ein Plus von 0,43 Prozent am Donnerstag. Auf Jahressicht katapultierte sich der Kurs um über 630 Prozent nach oben, liegt aber noch knapp zwölf Prozent unter dem Rekordhoch von Mitte April. Der RSI von 75 signaliert, dass die Rally zuletzt Fahrt aufgenommen hat.
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