Ab dem 1. Januar 2027 greift in den USA eine harte Regel. Das Pentagon verbannt chinesisches Wolfram aus allen militärischen Lieferketten. Für Almonty Industries öffnet diese Frist ein gewaltiges Zeitfenster. Der kanadische Bergbaukonzern treibt sein US-Projekt in Montana massiv voran. Das Ziel: eine produktionsreife Mine noch in der zweiten Jahreshälfte 2026.

Amerikas neue Wolfram-Quelle

Das Projekt „Gentung Browns Lake“ liegt im Beaverhead County. Almonty plant dort eine jährliche Fördermenge von rund 140.000 metrischen Tonnen-Einheiten. Die Basis dafür bildet ein Vorkommen von 7,53 Millionen Tonnen Gestein. Der Wolframtrioxid-Gehalt liegt bei 0,315 Prozent.

Das Unternehmen baut das Erz unter Tage ab. Almonty sicherte sich die vollständigen Rechte an dem Areal und baute parallel sein US-Netzwerk aus. Ehemalige US-Generäle sitzen nun im Vorstand. Eine Partnerschaft mit American Defense International stärkt die Verbindungen nach Washington.

Frisches Kapital und sprudelnde Kassen

Das Kapital für diese Doppelstrategie steht. Anfang Juni sammelte der Konzern 800 Millionen US-Dollar über Wandelanleihen ein. Die Papiere laufen bis 2031 und verzinsen sich mit 2,25 Prozent.

Nach Abzug aller Kosten bleiben Almonty rund 773 Millionen US-Dollar. Ein Großteil fließt in das allgemeine Geschäft und mögliche Übernahmen. Der Rest stützt das Herzstück des Unternehmens: die Sangdong-Mine in Südkorea.

Diese Anlage liefert bereits handfeste Ergebnisse. Im ersten Quartal 2026 verdreifachte sich der Umsatz auf 25,4 Millionen kanadische Dollar. Das bereinigte operative Ergebnis drehte von einem Verlust in einen Gewinn von 6,1 Millionen kanadischen Dollar.

Zweites Standbein in Südkorea

Direkt neben der Wolfram-Förderung in Sangdong treibt Almonty ein Molybdän-Projekt voran. Ein Bohrprogramm über 12.000 Meter läuft auf Hochtouren. Die ersten Ergebnisse bestätigen historische Schätzungen. Sobald die Ressource offiziell bestätigt ist, will das Management direkt in die Produktion starten.

Ein Abnehmer steht bereits fest. Der südkoreanische Industriegigant SeAH hat einen festen Abnahmevertrag unterzeichnet. Das minimiert das kommerzielle Risiko erheblich. Südkorea importiert bisher fast seinen gesamten Molybdän-Bedarf.

Analysten heben Kursziele an

Die Experten reagieren positiv auf das Tempo. Oppenheimer und D.A. Davidson raten beide zum Kauf. Beide Investmentbanken rufen ein Kursziel von 25 US-Dollar auf.

D.A. Davidson verweist auf eine drohende Angebotskrise. China kontrolliert noch immer rund 88 Prozent der weltweiten Wolfram-Produktion. Peking drosselt die Exporte jedoch spürbar. Die chinesischen Lieferungen von Wolfram-APT brachen im Jahresvergleich von 782 auf 243 Tonnen ein.

Die weltweite Nachfrage steigt stetig. Parallel dazu altern Minen außerhalb Chinas. Almonty positioniert sich als einziger großer Produzent, der rechtzeitig vor der US-Frist 2027 neue Kapazitäten liefert.