Vier Tage noch. Am 29. Juni öffnet der Markt — und Almonty Industries ist Teil des Russell 1000. Für den Wolfram-Produzenten ist das kein symbolischer Akt, sondern ein struktureller Einschnitt mit konkreten Kapitalflüssen.
Die Aktie legte am Donnerstag 3,38 Prozent auf 24,18 CAD zu. Das ist eine Erholung, kein Ausbruch: Über die vergangenen 30 Tage liegt das Papier noch 11,40 Prozent im Minus und notiert rund 27,5 Prozent unter dem April-Hoch von 33,35 CAD. Auf Jahressicht hat sich der Kurs mehr als verdreifacht.
Was die Indexaufnahme bedeutet
Almonty rückt zum Abschluss der diesjährigen Russell-Rekonstitution in den Russell 1000 und den Russell 3000 auf. Die Aufnahme in den Russell 3000 zieht automatisch die Mitgliedschaft im Large-Cap-Index nach sich. Rund 12,2 Billionen US-Dollar an Vermögen sind gegen die Russell-US-Indizes benchmarkt. Index-ETFs und Fonds müssen Almonty ab dem 29. Juni halten — unabhängig davon, was Analysten über die Aktie denken.
Die Wochen vor der Rekonstitution sind historisch von erhöhter Handelsaktivität geprägt. Fondsmanager positionieren sich bereits im Vorfeld.
Turnaround in den Zahlen
Die Indexaufnahme spiegelt eine echte operative Wende wider. Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz um 221 Prozent auf 25,4 Millionen US-Dollar — getrieben von Rekordpreisen für Wolfram. Das bereinigte EBITDA drehte von minus 2,4 Millionen auf plus 6,1 Millionen US-Dollar. Der operative Cashflow wechselte das Vorzeichen: plus 9,7 Millionen US-Dollar nach minus 4,4 Millionen im Vorjahreszeitraum.
Der Nettoverlust schrumpfte auf 5,3 Millionen US-Dollar. Im Vorjahresquartal hatte ein nicht-zahlungswirksamer Bewertungsverlust auf Optionsscheine von 25,8 Millionen US-Dollar das Ergebnis belastet. Ende März verfügte Almonty über liquide Mittel von 259,9 Millionen US-Dollar und ein Working Capital von 169,5 Millionen US-Dollar.
800 Millionen für Sangdong
Parallel zur Indexaufnahme hat Almonty eine milliardenschwere Finanzierungsrunde abgeschlossen. Anfang Juni platzierte das Unternehmen Wandelanleihen im Volumen von 700 Millionen US-Dollar zu 2,25 Prozent mit Fälligkeit 2031. Die Käufer zogen ihre Mehrzuteilungsoption vollständig auf weitere 100 Millionen US-Dollar. Nach Kosten blieben netto rund 772,7 Millionen US-Dollar übrig.
Das Geld fließt vor allem in die Sangdong-Mine in Südkorea. Dort plant Almonty eine Jahreskapazität von 1,2 Millionen Tonnen Erz. Ein Teil der Mittel geht in Capped-Call-Strukturen, die eine Verwässerung bei Wandlung der Anleihen begrenzen sollen. Rund 50 Millionen US-Dollar sind für die Ablösung bestehender Verbindlichkeiten vorgesehen.
Mit der Indexmitgliedschaft dürfte die Aktie breiter in den Fokus institutioneller Investoren rücken — was Analystencoverage und Handelsliquidität mittelfristig stärken sollte. Der eigentliche Test kommt am Montag.
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