Almonty Industries zieht sich von der Toronto Stock Exchange zurück. Der Wolfram-Produzent gab bekannt, seine Aktien zum Handelsschluss am 31. Juli 2026 freiwillig von der TSX zu nehmen. Der Handel läuft künftig ausschließlich über die Nasdaq weiter, unter dem Kürzel ALM.

Eine Zustimmung der Aktionäre braucht Almonty dafür nicht. Die Nasdaq bietet bereits eine vollwertige Handelsplattform für die Aktie. Das Unternehmen begründet den Schritt mit sinkenden Kosten: Weniger Berichtspflichten, weniger administrativer Aufwand, weniger Compliance-Vorgaben. Nach eigenen Angaben findet der Großteil des täglichen Handelsvolumens ohnehin schon an der Nasdaq statt.

Ein Blick auf die Kursentwicklung

Die Aktie schloss am Freitag bei 19,25 kanadischen Dollar, ein Plus von 3,94 Prozent zum Vortag. Der kurzfristige Trend zeigt allerdings nach unten: Auf Wochensicht verlor das Papier 17,66 Prozent. Zugleich liegt der Kurs noch immer 341,51 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief von 4,36 kanadischen Dollar aus dem Juli 2025.

Die Volatilität bleibt hoch. Mit einer annualisierten 30-Tage-Schwankungsbreite von 84,83 Prozent zählt Almonty zu den unruhigeren Werten im Rohstoffsektor. Der Delisting-Schritt selbst dürfte daran wenig ändern – er betrifft die Börsenstruktur, nicht das operative Geschäft.

Sangdong nimmt Fahrt auf

Der eigentliche Treiber der Story liegt woanders: in Südkorea. Seit dem 1. Juli 2026 verarbeitet Almonty an der Sangdong-Mine erstmals verkaufsfähiges Wolframkonzentrat. Damit wechselt das Projekt vom Entwicklungsstadium in den aktiven, umsatzwirksamen Betrieb.

Sangdong soll künftig einen erheblichen Teil der weltweiten Wolframproduktion außerhalb Chinas liefern. Das ist keine Nebensache: China dominiert den globalen Wolframmarkt, westliche Abnehmer suchen seit Jahren nach alternativen Bezugsquellen für das strategisch wichtige Metall.

Passend dazu hat Almonty erst kürzlich seinen langfristigen Abnahmevertrag mit Global Tungsten & Powders (GTP) nachverhandelt. Die Laufzeit steigt von 15 auf 21 Jahre ab dem ersten Liefertermin. Das kontrahierte Gesamtvolumen wächst um 40 Prozent auf 4,41 Millionen Metric Tonne Units.

Auch die Konditionen verbessern sich. Der Preis pro Metric Tonne Unit soll über die Vertragslaufzeit um 6,3 Prozent steigen. Das könnte dem Unternehmen zusätzliche Jahresumsätze von rund 30 Millionen US-Dollar bringen – macht in Summe ein kontrahiertes Umsatzvolumen von 490 Millionen US-Dollar über 21 Jahre, gerechnet zu aktuellen Preisen.

Strategie statt Ausverkauf

Der Rückzug von der TSX passt in dieses Bild. Almonty bündelt seinen Handel dort, wo er bereits stattfindet, und spart sich parallel doppelte Kosten für zwei Börsennotierungen. Neben Sangdong betreibt das Unternehmen weiterhin die Panasqueira-Mine in Portugal und verfolgt Projekte in Spanien und den USA.

Damit positioniert sich Almonty klar als westlicher Wolfram-Lieferant – zu einem Zeitpunkt, an dem genau diese Positionierung an Wert gewinnt. Der Produktionsstart in Sangdong markiert für das Unternehmen den Übergang von einem Entwicklungsprojekt zu einem tatsächlichen Umsatzträger.