Der Wolframproduzent hat angekündigt, seine Stammaktien freiwillig von der TSX zu nehmen, wirksam ab Börsenschluss am 31. Juli 2026. Als Grund nennt das Unternehmen, dass der überwiegende Teil des Handelsumsatzes inzwischen an der Nasdaq stattfindet, wo Almonty unter dem Kürzel ALM notiert. Kosteneinsparungen durch die Aufgabe der Doppelnotierung sind ein weiteres Motiv. Eine Zustimmung der Aktionäre ist nicht erforderlich, da mit der Nasdaq ein alternativer, liquider Handelsplatz besteht. Kanadische Anleger sollen weiterhin Zugang zur Aktie erhalten, da ihre Broker den Handel über die Nasdaq ermöglichen können.

Geopolitische Rückenwinde für den Wolframmarkt

Der Rückzug von der TSX fällt in eine Phase, in der Wolfram als strategischer Rohstoff so viel Aufmerksamkeit erhält wie selten zuvor. Die Kriege in der Ukraine und im Iran haben die Abhängigkeit westlicher Rüstungsindustrien von chinesischem Wolfram offengelegt, das für Panzerung, Munition und Hochleistungslegierungen unverzichtbar ist. China kontrolliert den überwiegenden Teil des globalen Wolfram-Kreislaufs, von der Förderung bis zur Weiterverarbeitung. Almonty Industries wird in diesem Zusammenhang neben der RENK Group und Boeing als Nutznießer des aktuellen Rüstungsbooms genannt, da alle drei Unternehmen von der Suche nach Lieferketten außerhalb Chinas profitieren.

Die Internationale Energieagentur untermauerte die Dringlichkeit dieser Entwicklung in ihrem Global Critical Minerals Outlook 2026: Der Wolframpreis hat sich demnach versechsfacht, während China seine Dominanz in der Raffination weiter ausgebaut hat. Die Organisation warnt, dass Exportkontrollen Produktionsketten im Wert von 6,5 Billionen US-Dollar außerhalb Chinas gefährden könnten. Auch bei anderen kritischen Mineralien zeigt sich der Trend: Kobalt verteuerte sich um 130 Prozent nach Exportbeschränkungen aus der Demokratischen Republik Kongo, Lithium hat sich mehr als verdoppelt. Gleichzeitig fielen die weltweiten Investitionen in kritische Mineralien 2025 um 9 Prozent, während öffentliche Fördergelder auf rund 65 Milliarden US-Dollar stiegen, das Vierfache des Niveaus von 2023.

Zusätzlichen Rückenwind erhält die Branche durch prominente Investitionen abseits Chinas. Der australische Milliardär Andrew Forrest erwarb Berichten zufolge für rund 190 Millionen US-Dollar einen Anteil von 16,8 Prozent an EQ Resources von Oaktree Capital, woraufhin die Aktie des Wolframförderers deutlich zulegte. China kontrolliert weiterhin mehr als 80 Prozent der weltweiten Wolframproduktion, was Preise für das Erz außerhalb Chinas auf Rekordniveaus getrieben hat. Solche Kapitalbewegungen unterstreichen, dass institutionelle wie unternehmerische Investoren zunehmend nach Alternativen zur chinesischen Lieferkette suchen, ein Umfeld, das Almonty als etabliertem Produzenten außerhalb Chinas grundsätzlich zugutekommt.

Kursbild zeigt Konsolidierung nach starkem Lauf

An der Börse spiegelt sich diese Gemengelage in einem volatilen Kursverlauf wider. Die Aktie schloss am Montag bei 19,45 kanadischen Dollar, nachdem sie in den vergangenen 30 Tagen um 26,27 Prozent nachgegeben hat. Die jüngste Schwäche folgt auf einen kräftigen Anstieg im bisherigen Jahresverlauf und markiert offenbar eine Konsolidierung nach dem Erreichen des 52-Wochen-Hochs im April. Trotz des Rücksetzers notiert der Titel weiterhin 2,36 Prozent über seinem 200-Tage-Durchschnitt, was auf einen intakten langfristigen Aufwärtstrend hindeutet, auch wenn kurzfristige Indikatoren auf nachlassenden Kaufdruck hinweisen.

Für Anleger dürfte in den kommenden Wochen relevant sein, wie reibungslos der Übergang der kanadischen Handelsaktivität zur Nasdaq verläuft und ob die geopolitisch getriebene Nachfrage nach Wolfram außerhalb Chinas anhält. Beide Faktoren, der operative Schritt der TSX-Dekotierung und das strukturelle Marktumfeld rund um kritische Rohstoffe, bilden derzeit die zentralen Treiber für die Almonty-Aktie.