Alphabet sitzt auf einem riesigen Liquiditätspolster und nimmt trotzdem frisches Fremdkapital auf. Das wirkt auf den ersten Blick ungewöhnlich. Der Kern ist aber klar: Der Konzern will seine KI-Infrastruktur schneller ausbauen, weil die Nachfrage nach Rechenleistung das Angebot übersteigt.
Die Aktie zeigt bereits, wie viel Erwartung im Kurs steckt. In Frankfurt notiert Alphabet bei 343,40 Euro und damit nur knapp unter dem jüngsten Hoch. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Plus von 131,93 Prozent.
Neue Anleihen für mehr Rechenleistung
Alphabet hat zuletzt Euro-Anleihen über 9 Milliarden Euro platziert. Dazu kamen Senior Notes über 9,5 Milliarden kanadische Dollar. In Japan bereitet der Konzern fünf Serien yen-denominierter Anleihen unter einem Rahmenprospekt vor.
Das ist kein Zeichen finanzieller Schwäche. Alphabet verfügte zum Ende des ersten Quartals über liquide Mittel und handelbare Wertpapiere von 126,8 Milliarden Dollar. Der Konzern nutzt den Anleihemarkt, um den massiven Ausbau von Rechenzentren breiter zu finanzieren.
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Der Engpass liegt nicht im Geschäftsmodell, sondern in der Kapazität. CEO Sundar Pichai beschrieb Alphabet als durch Rechenleistung begrenzt. Übersetzt heißt das: Kunden wollen mehr Cloud- und KI-Leistung kaufen, als Google aktuell bereitstellen kann.
Cloud-Geschäft zieht kräftig an
Google Cloud bleibt der wichtigste Beleg für diese Dynamik. Der Umsatz des Segments stieg im ersten Quartal um 63 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Auftragsbestand wuchs auf mehr als 460 Milliarden Dollar.
Das verschiebt die Prioritäten im Konzern. KI ist nicht nur ein Produktversprechen für die Suche oder neue Softwaredienste. Sie verlangt Chips, Strom, Rechenzentren und Netzwerktechnik in enormem Maßstab.
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Bridgewater Associates rechnet damit, dass Alphabet zusammen mit Amazon, Meta und Microsoft rund 650 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur investieren könnte. Diese Zahl zeigt, wie teuer der Wettbewerb um Rechenleistung geworden ist.
Zahlen stützen den Kurs
Auch die Quartalszahlen liefern Rückenwind. Alphabet erzielte im ersten Quartal einen verwässerten Gewinn je Aktie von 5,11 Dollar. Der Umsatz lag bei 109,90 Milliarden Dollar und übertraf die Erwartungen.
Der Nettogewinn stieg um 81 Prozent auf 62,6 Milliarden Dollar. Damit kann der Konzern hohe Investitionen stemmen, ohne seine Bilanz übermäßig zu belasten.
Kurz gesagt: Alphabet kauft Zeit und Kapazität. Solange Cloud-Aufträge wachsen und Rechenleistung knapp bleibt, dürfte der Kapitalbedarf hoch bleiben. Der Kurs nahe Rekordniveau spiegelt genau diese Erwartung wider.
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