Alphabet Aktie: 4,8 Billionen Dollar rücken Nvidia näher

Alphabet nähert sich mit KI-Fokus und starkem Cloud-Wachstum der Marktkapitalisierung von Nvidia an. Analysten sehen Potenzial, warnen aber vor hoher Bewertung.

Alphabet Aktie
Kurz & knapp:
  • Bewertung steigt auf 4,8 Billionen Dollar
  • Cloud-Sparte wächst um 63 Prozent
  • Gewinn je Aktie übertrifft Erwartungen deutlich
  • Investitionsausgaben für KI-Rechenzentren massiv erhöht

Alphabet greift nach der Spitze der Börsenwelt. Der Google-Mutterkonzern hat seine Bewertung auf rund 4,8 Billionen Dollar gesteigert und kommt damit Nvidia spürbar näher. Der Abstand ist noch da, aber er schrumpft schnell.

Nvidia bleibt mit etwa 5,2 Billionen Dollar vorn. Der eigentliche Punkt ist aber ein anderer: Investoren bewerten Alphabet nicht mehr nur als Werbe- und Suchmaschinenkonzern, sondern zunehmend als vollwertigen KI-Infrastrukturspieler. Das verändert die Geschichte der Aktie.

KI-Fantasie trifft harte Zahlen

Die Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten nahezu 150 Prozent zugelegt. Allein im April gewann sie 34 Prozent und lieferte damit den stärksten Monatslauf seit 2004. Am Montag schloss der Titel bei 330,10 Euro, ein Tagesminus von 2,88 Prozent nach einer starken Phase.

Auf Sicht von 30 Tagen liegt die Aktie weiter gut 22 Prozent im Plus. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt rund 34 Prozent. Das zeigt: Die kurzfristige Schwäche ändert wenig am übergeordneten Momentum, macht die Bewertung aber empfindlicher für Enttäuschungen.

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Der Treiber ist klar: Alphabet kann KI nicht nur als Software-Thema verkaufen. Der Konzern kontrolliert wichtige Teile der Wertschöpfung selbst, von eigenen Tensor Processing Units bis zu Plattformen wie YouTube und der Suche. DBS Bank verweist genau auf diese „Full-Stack“-Positionierung und sieht Kursziele von bis zu 460 Dollar.

Cloud wird zum Wachstumsmotor

Die Zahlen für das erste Quartal liefern den passenden Unterbau. Alphabet meldete einen Gewinn je Aktie von 5,11 Dollar und lag damit weit über der Konsensschätzung von 2,68 Dollar. Der Umsatz erreichte 109,9 Milliarden Dollar.

Das entspricht einem Wachstum von 21,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Noch wichtiger ist die Zusammensetzung: Google Cloud entwickelt sich vom Hoffnungsträger zum zentralen Ergebnishebel. Die Sparte wuchs um 63 Prozent auf 20 Milliarden Dollar Umsatz.

Auch die Profitabilität zieht an. Die konzernweite Nettomarge lag bei 37,92 Prozent. Bei Gemini spricht der Konzern inzwischen von acht Millionen zahlenden Plätzen, was den KI-Einsatz im Unternehmenskundengeschäft greifbarer macht.

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Bewertung bleibt der wunde Punkt

Der Kurslauf hat seinen Preis. Alphabet plant für 2026 Investitionen zwischen 175 und 185 Milliarden Dollar, vor allem für KI-Rechenzentren. Das ist ein massiver Ausbau und bindet Kapital lange, bevor sich jeder Dollar in zusätzlichem Gewinn zeigt.

Skepsis kommt auch von prominenter Seite. Michael Burry, bekannt durch „The Big Short“, warnt vor Parallelen zur Endphase der Dotcom-Blase. Alphabet wird derzeit mit etwa dem 28-Fachen der erwarteten Gewinne gehandelt, deutlich über dem Zehnjahresschnitt von 21.

Institutionelle Investoren reagieren nicht einheitlich. North Star Investment Management baute seine Position zuletzt um 16,8 Prozent aus. Arbor Capital Management reduzierte dagegen um 17,2 Prozent, hält Alphabet aber weiter als fünftgrößte Position im Portfolio.

Am 14. Mai rückt YouTube-Chef Neal Mohan bei der MoffettNathanson-Konferenz in den Mittelpunkt. Dort dürfte es um generative KI im Videogeschäft und den Wettbewerbsdruck auf der Plattform gehen. Am 5. Juni folgt die Hauptversammlung, bei der Investoren genauer hören wollen, wie Alphabet den Spagat zwischen aggressivem KI-Ausbau und hoher Kapitaldisziplin steuern will.

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