Alphabet Aktie auf Allzeithoch, Partnerschaft mit Apple, Walmart, Spotify angekündigt

Alphabet meldet zweistelliges Umsatzwachstum, angetrieben von den Kerngeschäften Google und YouTube sowie dem autonomen Fahrdienst Waymo. Die Quartalszahlen werden im Detail analysiert.

Kurz & knapp:
  • Starkes Wachstum bei Google und YouTube
  • Waymo treibt autonomes Fahren voran
  • Analyse der aktuellen Quartalszahlen
  • Charttechnische Bewertung der Alphabet-Aktie

Alphabet Aktie auf Allzeithoch, Partnerschaft mit Apple, Walmart, Spotify angekündigt. Wie weit kann die Aktie noch steigen und was die nächsten Ziele im Chartbild?

Starkes Wachstum bei Alphabet

Alphabet ist einer der einflussreichsten Technologiekonzerne der Welt und verkörpert wie kaum ein anderes Unternehmen die Kommerzialisierung des Internets. Die Wurzeln reichen bis ins Jahr 1998 zurück, als Larry Page und Sergey Brin an der Stanford University eine Suchmaschine entwickelten, die das Internet nicht nach redaktionellen Kriterien, sondern nach Relevanz und Verlinkungsstruktur ordnete. Aus diesem akademischen Projekt entstand Google, dessen technologische Überlegenheit innerhalb weniger Jahre zu einer dominanten Marktstellung führte. Die Gründung der Holding Alphabet im Jahr 2015 war schließlich ein strategischer Schritt, um das Kerngeschäft klar von langfristigen Zukunftsprojekten zu trennen und den Konzern organisatorisch neu aufzustellen.

Der Börsengang von Google erfolgte 2004 an der Nasdaq und gilt bis heute als einer der prägendsten IPOs der Technologiegeschichte. Mit der ungewöhnlichen Auktionsstruktur signalisierte das Management früh einen eigenständigen Umgang mit dem Kapitalmarkt. Die Erlöse aus dem Börsengang ermöglichten eine aggressive Expansion der Infrastruktur, insbesondere im Bereich Rechenzentren, sowie die Entwicklung neuer Produkte jenseits der Suche. In den folgenden Jahren entwickelte sich Google zum globalen Standard für Online-Werbung. Suchanzeigen, später ergänzt um Display-, Video- und Mobile-Werbung, bildeten die finanzielle Grundlage für ein Geschäftsmodell, das außergewöhnliche Margen und enorme Cashflows generierte.

Der operative Geschäftsverlauf von Alphabet ist bis heute stark vom Werbegeschäft geprägt. Google Search und YouTube fungieren als Cash-Maschinen, die den Großteil der Umsätze und Gewinne liefern. Gleichzeitig nutzte der Konzern diese Ertragskraft, um systematisch in neue Felder zu investieren. Android wurde zur weltweit dominierenden mobilen Plattform, Google Maps zur unverzichtbaren Navigationsinfrastruktur, und mit Google Cloud etablierte sich Alphabet – wenn auch später als Wettbewerber – als relevanter Anbieter im Cloud-Computing-Markt. Die Einführung der Holdingstruktur erlaubte es, diese Aktivitäten transparenter zu steuern und risikoreichere Projekte unter dem Dach der sogenannten „Other Bets“ zu bündeln.

Die Aktienentwicklung von Alphabet spiegelt diese Sonderstellung wider. Über lange Zeiträume gehörte die Aktie zu den verlässlichsten Performern im Technologiesektor, getragen von strukturellem Wachstum im digitalen Werbemarkt und stetig steigender Profitabilität. Phasen erhöhter Volatilität traten vor allem dann auf, wenn regulatorische Risiken, kartellrechtliche Verfahren oder Konjunkturabschwächungen die Werbeausgaben belasteten. Dennoch wird Alphabet vom Kapitalmarkt weniger als zyklischer Werbetitel denn als infrastruktureller Technologiekonzern wahrgenommen, dessen Dienste tief in den Alltag von Milliarden Nutzern integriert sind.

Ein zentrales Merkmal von Alphabet ist der langfristige Geschäftssinn seiner Gründer. Page und Brin verfolgten stets die Strategie, dominante Plattformen aufzubauen und diese über massive Investitionen in Infrastruktur und Forschung abzusichern – selbst auf Kosten kurzfristiger Margen. Diese Denkweise prägt den Konzern bis heute. Besonders deutlich wird dies im Bereich künstliche Intelligenz. Alphabet investiert seit Jahren Milliardenbeträge in Grundlagenforschung, neuronale Netze und Rechenkapazitäten. Produkte wie generative KI-Modelle, Suchintegration und cloudbasierte KI-Dienste sind weniger als kurzfristige Umsatztreiber zu verstehen, sondern als Verteidigung und Erweiterung des bestehenden Ökosystems.

Der Ausblick für Alphabet ist eng mit der Fähigkeit verknüpft, seine dominante Stellung in der Informationsvermittlung in das KI-Zeitalter zu übertragen. Die klassische Websuche steht vor strukturellen Veränderungen, gleichzeitig eröffnet KI neue Monetarisierungsmöglichkeiten – von intelligenten Assistenzsystemen bis hin zu automatisierten Unternehmenslösungen in der Cloud. Hinzu kommen langfristige Optionen in Bereichen wie autonomes Fahren, Gesundheitsdatenanalyse oder Quantencomputing, die zwar aktuell kaum zur Ergebnisrechnung beitragen, aber strategischen Wert besitzen.

Alphabet bleibt damit ein Konzern mit zwei Gesichtern: auf der einen Seite ein hochprofitabler Werbe- und Plattformanbieter mit enormer Marktmacht, auf der anderen Seite ein technologiegetriebenes Innovationsvehikel mit langfristigem Horizont. Für Investoren ist die Aktie weniger eine Wette auf einzelne Produkte als auf die Fähigkeit von Alphabet, technologische Umbrüche früh zu antizipieren und bestehende Dominanz in neue Geschäftsmodelle zu überführen. In diesem Spannungsfeld aus Reife, Regulierung und Innovation dürfte sich auch künftig die Bewertung des Konzerns entscheiden.
Die Quartalszahlen aus dem Oktober zeigten weiteres Wachstum und die aktuellen News rund um Wamyo, der Gemini-Integration bei Apple und weiteren Big-Playern, heizt die Wachstumsphantasie weiter an. Wir prüfen dazu das Chartbild heute im Aktienvideo auf weiter Chancen.

Das Video zur Alphabet Aktienanalyse

Im Format „US-Aktien im Fokus“ nehmen Roland Jegen und Andreas Bernstein regelmäßig US-Aktien näher unter die Lupe. Die Analysen konzentrieren sich dabei sowohl auf Fundamentaldaten als auch auf die Charttechnik.

Was lässt sich im weiteren Verlauf erwarten? Alle Insights erhalten Sie in unserem Video:

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Aktien Research Andreas Bernstein

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Roland Jegen ist seit über 15 Jahren an der Börse aktiv. Seit 2016 arbeitet er als Trading-Experte bei WH SelfInvest. Neben der klassischen Chartanalyse gehören Auction Market Theory und Volume/ Market Profile sowie automatisierte Handelssysteme zu seinen Steckenpferden. Er veröffentlicht regelmäßig technische Analysen zu US-Aktien für den Neobroker Freestoxx.
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