Google zündet die nächste Stufe im Rennen um die KI-Vorherrschaft. Mit dem neuen Modell Gemini 3 rüstet der Suchmaschinenriese massiv auf und attackiert OpenAIs ChatGPT dort, wo es wehtut: bei Features, die direkt im Alltag der Nutzer ankommen.

Das Besondere: Gemini 3 verarbeitet erstmals Video, Text und Bilder in einem durchgängigen Kontext. Die Demonstration ließ aufhorchen – die KI beobachtet ein Pickleball-Spiel per Kamera, analysiert das Spielverhalten in Echtzeit und gibt sofort Verbesserungsvorschläge. Das ist mehr als ein Gimmick.

Interaktive Grafiken treffen auf Code-Agenten

Auch bei wissenschaftlichen und mathematischen Anfragen legt Google nach. Gemini 3 erstellt interaktive Grafiken zur Veranschaulichung komplexer Zusammenhänge – zunächst verfügbar im KI-Modus der Suchmaschine. Entwickler dürften sich über „Antigravity“ freuen, ein neues Werkzeug für den Einsatz mehrerer KI-Agenten beim Programmieren. Diese arbeiten weitgehend autonom und können überwacht werden.

Ob Kochrezepte vom Foto ins Kochbuch verwandeln oder mehrtägige Reisepläne für Rom erstellen – die Anwendungsbeispiele zielen auf den Massenmarkt. Klar, auch OpenAI zeigt solche Demos. Doch Google hat einen strukturellen Vorteil: Die Integration in Gmail, YouTube und vor allem die Suchmaschine selbst.

650 Millionen gegen 800 Millionen

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Die Gemini-App kommt auf rund 650 Millionen Nutzer monatlich. ChatGPT liegt laut OpenAI-Chef Sam Altman bei über 800 Millionen – allerdings pro Woche. Ein direkter Vergleich hinkt zwar, zeigt aber: Der Rückstand ist real.

Entscheidend wird sein, wie schnell Google die Absichten hinter Suchanfragen besser versteht und passende Informationen liefert. Genau hier soll Gemini 3 deutlich zulegen. Die Alphabet-Aktie reagierte vorbörslich mit einem Plus von 1,17 Prozent auf 288,29 US-Dollar. Anleger werten die Offensive offenbar als überfällig – und notwendig.