Innerhalb weniger Tage hat Google zwei bedeutende Chip-Partnerschaften besiegelt — mit Intel und Broadcom. Die Vereinbarungen zeigen, wie konsequent Alphabet seine KI-Infrastruktur auf eine breite, herstellerunabhängige Basis stellt.
Google und Intel: Gemeinsam entwickeln, langfristig liefern
Die Partnerschaft mit Intel umfasst den weiteren Einsatz von Xeon-Prozessoren in der Google-Cloud-Infrastruktur, darunter die neueste Xeon-6-Generation. Beide Unternehmen wollen zudem gemeinsam sogenannte Infrastructure Processing Units (IPUs) weiterentwickeln — spezialisierte Chips, die Netzwerk-, Speicher- und Sicherheitsaufgaben vom Hauptprozessor übernehmen und so die Recheneffizienz steigern. Ziel ist es, über mehrere Prozessorgenerationen hinweg Leistung, Energieeffizienz und Betriebskosten zu optimieren.
Broadcom liefert KI-Chips bis 2031
Die zweite Vereinbarung hat noch größere Tragweite. Broadcom wurde als primärer Entwickler und Lieferant für Googles Tensor Processing Units (TPUs) sowie für Hochgeschwindigkeits-Netzwerkkomponenten bis 2031 bestätigt. Gleichzeitig erhält das KI-Startup Anthropic ab 2027 Zugang zu rund 3,5 Gigawatt TPU-basierter Rechenkapazität über Google Cloud — dreimal so viel, wie Broadcom-CEO Hock Tan noch im vergangenen Monat als aktuellen Verbrauch von Anthropic beziffert hatte.
Für Google Cloud bedeutet das einen erheblichen Bedeutungsgewinn als Infrastrukturplattform für externe KI-Entwickler. Anthropic weitet dabei auch die Nutzung von Cloud-Diensten wie BigQuery und AlloyDB aus. Zu den bestehenden Kunden, die Claude-Modelle über Google Cloud nutzen, zählen unter anderem Coinbase, Shopify und Palo Alto Networks.
Quartalszahlen als nächster Gradmesser
Die Aktie notiert rund neun Prozent unter ihrem Allzeithoch vom Februar, nachdem Investoren die aggressiven Investitionspläne von 175 bis 185 Milliarden US-Dollar für 2026 zunächst kritisch aufgenommen hatten. Trotz eines erwarteten Gewinnrückgangs im ersten Quartal — bedingt durch den massiven Infrastrukturausbau — stufen 47 von 55 befragten Analysten die Aktie mit „Strong Buy“ ein. Das mittlere Kursziel liegt bei 378,72 US-Dollar. Ende April folgen die Quartalsergebnisse, die erstmals zeigen werden, wie sich die gestiegenen Ausgaben konkret in den Zahlen niederschlagen.
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