200 Milliarden Dollar – so viel will Amazon 2026 in Künstliche Intelligenz investieren. Die Summe ist gewaltig. Und sie spaltet die Lager: Während die Wall Street überwiegend optimistisch bleibt, warnen einzelne Investoren vor einer Überhitzung.
Ein prominenter Kritiker ist Oliver Rodzianko. Er stuft die Amazon-Aktie nur mit „Halten“ ein. Seine Begründung: Die Sicherheitsmarge sei zu niedrig angesichts des drohenden „KI-Capex-Verdauungszyklus“. Er rechnet mit einer Korrektur.
Völlig anders das Gros der Analysten. Von 46 Bewertungen lauten 45 auf „Kaufen“, nur eine auf „Halten“. Das durchschnittliche Kursziel liegt deutlich über dem aktuellen Niveau. Die Aktie notiert am Dienstag bei 230,00 Euro – ein Minus von 0,69 Prozent. Der RSI von 70,4 signalisiert leichte Überkauftheit. Vom 52-Wochen-Hoch bei 234,10 Euro trennen sie nur 1,75 Prozent.
AWS als Wachstumsmotor
Die enorme Investitionsbereitschaft stützt sich vor allem auf Amazon Web Services. Die Cloud-Sparte steigerte ihren Umsatz im ersten Quartal 2026 um 28 Prozent auf 37,6 Milliarden Dollar – das stärkste Wachstum seit 15 Quartalen. AWS steuerte 59 Prozent des operativen Gewinns bei.
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Das Management spricht von einer „einmaligen Gelegenheit“ und hat sich langfristige Cashflows gesichert, um die KI-Pläne zu finanzieren. Parallel dazu baut AWS sein Service-Angebot aus. Mitte Mai kamen 13 neue Abfragebefehle für CloudWatch Logs Insights hinzu – etwa für String-Manipulation oder Geo-Distanz-Berechnung.
Starke Zahlen, hohe Bewertung
Im ersten Quartal übertraf Amazon die Erwartungen: Der Gewinn je Aktie lag bei 2,78 Dollar, der Gesamtumsatz stieg um 16,6 Prozent auf 181,5 Milliarden Dollar. Auch das Werbegeschäft wuchs kräftig – plus 24 Prozent auf 17,2 Milliarden Dollar.
Die Marktkapitalisierung beträgt rund 2,8 Billionen Dollar. Institutionelle Anleger halten einen großen Teil der Aktien. Die Frage ist, ob Amazons Milliarden-Wette auf KI die hohen Erwartungen langfristig einlösen kann. Die Quartalszahlen Ende Juli werden erste Hinweise liefern.
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