Amazon will seine hauseigenen KI-Chips künftig auch an externe Rechenzentren verkaufen. Das bestätigte KI-Chef Peter DeSantis. Bislang kommen die sogenannten Trainium-Chips nur in der Cloud-Sparte AWS zum Einsatz. Der Schritt könnte den Hartwaremarkt für künstliche Intelligenz durcheinanderwirbeln.
50 Milliarden Dollar Umsatz als Ziel
Konzernchef Andy Jassy sieht im Chipgeschäft einen zentralen Wachstumstreiber. Laut internen Prognosen könnte die Sparte jährlich bis zu 50 Milliarden Dollar umsetzen – zehn Milliarden Dollar werden es in diesem Jahr bereits sein. Die Trainium2-Architektur bietet nach Amazon-Angaben eine um 30 bis 40 Prozent bessere Preis-Leistung als vergleichbare GPU-Instanzen.
Nvidia dominiert den KI-Chipmarkt zwar weiterhin klar. Doch Wettbewerber setzen zunehmend auf eigene Spezialchips, die für konkrete Rechenaufgaben optimiert sind. Amazon positioniert sich damit als ernstzunehmender Herausforderer.
Die Nachfrage nach KI-Infrastruktur treibt die Investitionen in schwindelerregende Höhen. Für das Geschäftsjahr 2026 sind Ausgaben von rund 200 Milliarden Dollar geplant. Ein Großteil fließt in Rechenleistung für generative KI.
Parallel läuft die Prime-Day-Aktion in der letzten Juniwoche. Das um einen Monat vorgezogene Shopping-Event soll dem Einzelhandel neuen Schwung geben. Die Cloud-Sparte bleibt unterdessen die Ertragsmaschine des Konzerns: 59 Prozent des operativen Gewinns im ersten Quartal kamen von AWS.
Aktie unter Druck
Die Aktie notiert aktuell bei 212,60 Euro – gut zehn Prozent unter dem Jahreshoch von Mai. Die 50-Tage-Linie liegt knapp darüber. Dass der Kurs dümpelt, überrascht nicht. Amazon investiert enorm, die Rendite aus den Milliardenausgaben ist noch offen. Der AI-Chip-Verkauf könnte Klarheit schaffen. Ob und wann die ersten externen Deals abgeschlossen sind, bleibt vorerst Amazons Geheimnis.
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