Amazon setzt auf OpenAI – und zwar mit der größten KI-Investition seiner Unternehmensgeschichte. 50 Milliarden Dollar fließen an den ChatGPT-Entwickler, kombiniert mit einer Cloud-Partnerschaft, die AWS zum exklusiven Drittanbieter für OpenAIs Enterprise-Plattform macht. Der Deal, verkündet am 27. Februar 2026, kommt zu einem Zeitpunkt, da die Aktie unter Druck steht – die angekündigten 200 Milliarden Dollar Investitionsausgaben für 2026 hatten Anleger verschreckt.
AWS wird zum KI-Rückgrat
Die Partnerschaft geht weit über eine reine Kapitalspritze hinaus. Amazon startet mit 15 Milliarden Dollar, weitere 35 Milliarden sollen folgen, sobald bestimmte Bedingungen erfüllt sind. OpenAI verpflichtet sich im Gegenzug, die bestehende 38-Milliarden-Dollar-Vereinbarung mit AWS um zusätzliche 100 Milliarden Dollar über acht Jahre auszuweiten.
Analysten von William Blair rechnen mit rund 17 Milliarden Dollar jährlichen Zusatzerlösen für AWS – etwa 11 Prozent der erwarteten AWS-Umsätze für 2026. OpenAI wird künftig rund 2 Gigawatt Rechenkapazität auf Basis von Amazons Trainium-Chips nutzen, darunter die kommende Generation Trainium4.
AWS wird zudem exklusiver Drittanbieter für OpenAI Frontier, eine Plattform zum Aufbau und Management von KI-Agenten für Unternehmen. Gemeinsam entwickeln beide Firmen eine „Stateful Runtime Environment“ – eine technische Infrastruktur, die KI-Systeme mit Gedächtnis und komplexen, zeitlich ausgedehnten Aufgaben ermöglicht.
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Antwort auf die Capex-Kritik
Der Deal kommt zur rechten Zeit. Nach der Ankündigung, die Investitionsausgaben von 132 Milliarden Dollar 2025 auf 200 Milliarden Dollar 2026 hochzufahren, war die Aktie neun Handelstage in Folge gefallen. Über 450 Milliarden Dollar Börsenwert wurden vernichtet.
Mit der OpenAI-Partnerschaft erhalten die massiven Infrastrukturausgaben nun eine konkrete Begründung: AWS sichert sich langfristige, hochvolumige Abnahmeverträge der beiden führenden KI-Labore – neben OpenAI besteht bereits eine strategische Partnerschaft mit Anthropic. William Blair wertet das als Erosion der skeptischen These rund um Amazons Investitionsstrategie.
Das Geschäft abseits der KI-Debatte läuft solide. Im vierten Quartal 2025 kletterte der Umsatz in Nordamerika um 10 Prozent auf 127,1 Milliarden Dollar, international um 17 Prozent auf 50,7 Milliarden Dollar. Die Werbeeinnahmen stiegen um 22 Prozent auf 21,3 Milliarden Dollar. AWS selbst beschleunigte das Wachstum auf 24 Prozent und erwirtschaftete 35,58 Milliarden Dollar.
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Rückzug aus dem Ladengeschäft
Parallel zum KI-Vorstoß vollzieht Amazon einen strategischen Schwenk im stationären Einzelhandel. Alle 57 Amazon Fresh- und 15 verbliebenen Amazon Go-Filialen werden geschlossen. Ein Teil der Fresh-Standorte soll später als Whole Foods wiedereröffnet werden.
Stattdessen setzt das Unternehmen auf Expansion bei Whole Foods: Über 100 neue Filialen sind in den kommenden Jahren geplant, das kleinere Whole Foods Daily Shop-Format wird von fünf auf zehn Standorte ausgebaut. Zugleich wächst der Same-Day-Lieferdienst für frische Lebensmittel – verfügbar in 2.300 US-Städten, mit einem 40-fachen Wachstum bei verderblicher Ware seit Januar 2025.
Positionierung für die nächste Dekade
Amazon hält mit 28 Prozent Marktanteil die Spitzenposition im globalen Cloud-Markt. Die Doppelpartnerschaft mit OpenAI und Anthropic verschafft AWS eine strukturelle Position, die Microsoft, Google und Oracle nur schwer replizieren können. Die Trainium-Chips positionieren Amazon zudem als direkten Wettbewerber zu Broadcom, Google und langfristig auch Nvidia im Bereich maßgeschneiderter KI-Hardware.
Die 200-Milliarden-Investition verwandelt sich damit von einer Belastung in die Grundlage für einen langfristigen KI-Umsatzmotor. OpenAI erreicht mit der Finanzierungsrunde eine Bewertung von 730 Milliarden Dollar – Amazon ist nun mit 50 Milliarden Dollar einer der größten Anteilseigner.
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