Amazon Web Services hält trotz Pentagon-Sanktionen an der KI-Partnerschaft mit Anthropic fest – zumindest für kommerzielle Kunden. Die 8-Milliarden-Dollar-Wette des Cloud-Riesen auf Claude-Modelle steht unter politischem Druck, doch AWS zieht eine klare Trennlinie zwischen Geschäftskunden und Regierungsaufträgen.
Kein Rückzug trotz Blacklist
Amazon bestätigte am 6. März 2026, dass Anthropics KI-Technologie weiterhin über AWS Bedrock verfügbar bleibt – allerdings nicht für Projekte mit dem US-Verteidigungsministerium. Das Pentagon hatte Anthropic zuvor als „Lieferkettenrisiko“ eingestuft, nachdem das KI-Startup den uneingeschränkten Zugang zu seiner Technologie für Massenüberwachung und vollautonome Waffensysteme verweigerte. Anthropic kündigte an, die Einstufung gerichtlich anzufechten.
Die Entscheidung stellt Amazon in eine Reihe mit Microsoft und Google, die ebenfalls an der Partnerschaft festhalten. Alle drei Cloud-Giganten bieten Claude-Modelle weiterhin für ihre Enterprise-Kunden an und ziehen damit eine scharfe Grenze zwischen kommerziellen Geschäften und Verteidigungs-Contracts.
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8 Milliarden Dollar und 500.000 Chips
Für Amazon steht viel auf dem Spiel. Seit 2023 investierte der Konzern 8 Milliarden Dollar in Anthropic. Im Gegenzug verpflichtete sich das Startup, 500.000 von Amazons hauseigenen Trainium-2-Chips zu nutzen – verbaut in einem 11-Milliarden-Dollar-Rechenzentrum namens Project Rainier. Claude ist fest in AWS Bedrock integriert, die Plattform, über die Unternehmen auf verschiedene KI-Modelle zugreifen.
Amazon hat zudem Milliarden-Verträge mit Bundesbehörden für Cloud- und KI-Dienste gewonnen. Die Gratwanderung zwischen Regierungsgeschäft und KI-Strategie wird komplexer.
AWS unter Druck – Rekord-Investitionen belasten
Die Anthropic-Debatte kommt zu einem heiklen Zeitpunkt. AWS bleibt zwar Amazons wichtigste Gewinnquelle, steht aber unter zunehmendem Wettbewerbsdruck durch Google Cloud und Microsoft Azure. Der operative Cashflow stieg 2025 um 20 Prozent auf 139,5 Milliarden Dollar, doch der freie Cashflow brach von 38,2 auf 11,2 Milliarden Dollar ein – Folge massiver Infrastruktur-Investitionen.
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2025 gab Amazon 131,8 Milliarden Dollar für Sachanlagen aus, für 2026 sind rund 200 Milliarden Dollar geplant – ein Anstieg von 53 Prozent. Die Investitionen fließen vor allem in KI-Infrastruktur. Anleger beobachten nervös, ob das AWS-Wachstum die schrumpfenden Margen kompensieren kann.
Ausblick: Zwei Compliance-Welten
Die Partnerschaft mit Anthropic schafft eine neue Dynamik: Das Startup muss künftig zwei parallele Regelwerke managen – eines für kommerzielle Nutzung, eines für den Ausschluss aus Regierungsaufträgen. Für AWS bedeutet das regulatorisches Risiko, aber auch eine Positionierung als Partner, der ethische Grenzen bei KI-Anwendungen respektiert.
Mit einem Auftragsbestand von 244 Milliarden Dollar (plus 40 Prozent) zeigt AWS weiterhin starke Nachfrage. Die Quartalszahlen Ende April werden zeigen, ob die Anthropic-Kontroverse und steigende Ausgaben die Wachstumsstory bremsen.
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