Mehr als ein Jahrzehnt nach dem Flop des Fire Phones wagt Amazon offenbar einen neuen Anlauf im Hardware-Markt. Mit einem stark auf Künstliche Intelligenz ausgerichteten Smartphone will der Tech-Gigant tief in den Alltag der Nutzer vordringen. Gleichzeitig zündet der Konzern die nächste Stufe seines Satelliten-Internets und nimmt dafür gewaltige Summen in die Hand.
KI-Handy und Satelliten-Internet
Unter dem Codenamen „Transformer“ entwickelt die konzerneigene ZeroOne-Gruppe ein Gerät, das als primäre Schnittstelle für Verbraucherdaten dienen soll. Eine tiefe Integration der Sprachassistentin Alexa und personalisierte KI-Funktionen stehen dabei im Fokus. Das Smartphone soll sich nahtlos mit heimischen KI-Systemen synchronisieren.
Parallel dazu erreicht die Weltraum-Infrastruktur des Unternehmens die kommerzielle Phase. Das ehemals als Project Kuiper bekannte Satelliten-Netzwerk operiert nun unter dem Namen „Amazon Leo“. Mit bereits über 200 aktiven Satelliten im niedrigen Erdorbit und Partnerschaften mit AT&T sowie JetBlue zielt Amazon auf Download-Geschwindigkeiten von bis zu 1 Gigabit pro Sekunde ab.
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Analysten feiern AWS-Wachstum
Die Wall Street reagiert auf diese technologische Offensive äußerst positiv. Am Mittwoch hoben gleich zwei Großbanken ihre Kursziele deutlich an. Citi erhöhte die Prognose von 265 auf 285 US-Dollar und behielt die Kaufempfehlung bei. JPMorgan zog nach, setzte das Ziel auf 280 US-Dollar und deklarierte die Papiere als „Best Idea“.
Treiber dieser Zuversicht ist vor allem die Cloud-Sparte AWS. Analysten prognostizieren für die KI-Infrastruktur von AWS im Jahr 2026 ein Umsatzwachstum von 28 bis 29 Prozent. Einen massiven Beitrag leisten dabei die hauseigenen Halbleiter. Die Chips der Trainium- und Graviton-Serien generieren mittlerweile einen Jahresumsatz von mehr als 10 Milliarden US-Dollar.
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Milliarden-Investitionen drücken Cashflow
Um diesen technologischen Wandel zu stemmen, plant Amazon für das Geschäftsjahr 2026 gigantische Kapitalausgaben in Höhe von 200 Milliarden US-Dollar. Diese enormen Investitionen fordern kurzfristig ihren Tribut. Der freie Cashflow der letzten zwölf Monate brach um 37 Prozent ein. An der Börse spiegelt sich diese finanzielle Kraftanstrengung wider. Aktuell notiert das Papier bei 181,40 Euro und weist damit seit Jahresbeginn ein Minus von gut sechs Prozent auf.
Institutionelle Anleger scheinen diesen Rücksetzer jedoch in Kauf zu nehmen. Sie fokussieren sich auf das langfristige Umsatzpotenzial des neuen mobilen Ökosystems und des globalen Satellitennetzwerks. Daran ändern auch regionale Rückschläge, wie der jüngste Ausfall der AWS-Region in Bahrain aufgrund der Konflikte im Nahen Osten, wenig. Mit über 100 weiteren geplanten Satellitenstarts treibt Amazon den direkten Angriff auf etablierte Telekommunikationsanbieter physisch voran.
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