Amazon baut seine Logistik konsequent aus — und zieht dabei gleich an zwei Fronten die Zügel an. Der Konzern hat das Schweizer Robotik-Startup Rivr übernommen und bereitet gleichzeitig einen massiven Rückzug aus seiner langjährigen Partnerschaft mit dem US-Postdienst USPS vor. Beides zusammen zeichnet ein klares Bild: Amazon will die letzte Meile der Paketzustellung vollständig in eigene Hände nehmen.
Der Treppenkletternde Roboter aus Zürich
Rivr, ein Züricher Startup, entwickelt Lieferroboter, die Treppen steigen, Tore passieren und unebenes Gelände bewältigen können. Das Gerät kombiniert Räder mit Beinen und erreicht Geschwindigkeiten von bis zu 15 km/h. Damit schließt es eine Lücke, die reine Gehwegfahrzeuge nicht füllen können.
Amazon informierte seine Zustellpartner per Mitteilung über die Übernahme — eine öffentliche Ankündigung gab es nicht. Die Konditionen des Deals wurden nicht genannt. Geplant ist, die Roboter noch im Laufe des Jahres 2026 in Zustelloperationen zu testen, zunächst als Unterstützung für Fahrer auf dem Weg von der Lieferkabine zur Haustür.
Die Übernahme kam nicht überraschend: Amazon hatte Rivr bereits über seinen Industrial Innovation Fund mit einer Milliarde Dollar Volumen finanziert, und auch Bezos Expeditions beteiligte sich an der 22-Millionen-Dollar-Seed-Runde des Unternehmens. Rivr hatte zuletzt in Austin, Texas, und in Europa erste Praxistests mit Partnern wie Veho und Just Eat Takeaway durchgeführt.
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Amazons eigenes Scout-Roboterprogramm war 2022 eingestellt worden. Rivr ist nun der nächste Anlauf, die Haustürzustellung zu automatisieren — nach mehr als einem Jahrzehnt Automatisierung in den Lagerhäusern und über einer Million bereits eingesetzter Roboter im Netzwerk.
Bruch mit dem US-Postdienst
Parallel dazu eskaliert der Konflikt mit USPS. Laut Amazon scheiterten die Vertragsverlängerungsverhandlungen im Dezember, als der Postdienst „in letzter Minute abrupt den Tisch verließ“. Amazon hatte nach eigenen Angaben mehr als ein Jahr lang verhandelt und ursprünglich eine Ausweitung des Volumens angestrebt.
Nun plant Amazon, die über USPS abgewickelten Pakete nach Ablauf des Vertrags Ende September um mindestens zwei Drittel zu reduzieren. Für USPS ist das eine ernste Bedrohung: Der Konzern ist der größte Einzelkunde des Postdienstes, der im vergangenen Jahr mehr als eine Milliarde Amazon-Pakete zustellte — rund 15 Prozent seines gesamten Paketvolumens.
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Der Zeitpunkt trifft USPS in einer ohnehin angespannten Lage. Postmaster General David Steiner warnte den Kongress, dass dem Postdienst ohne gesetzgeberisches Eingreifen innerhalb von zwölf Monaten das Geld ausgehen könnte.
Amazon selbst lieferte im vergangenen Jahr 6,7 Milliarden Pakete über das eigene Netzwerk — gegenüber 6,6 Milliarden durch USPS. Zusätzlich investiert der Konzern bis Ende 2026 rund vier Milliarden Dollar in den Ausbau seines ländlichen Zustellnetzes, um die Abhängigkeit von externen Dienstleistern weiter zu verringern.
Strategie mit klarer Richtung
Rivr-Übernahme und USPS-Rückzug sind zwei Seiten derselben Strategie. Amazon will die gesamte Lieferkette — vom Lager bis zur Haustür — unter eigener Kontrolle halten. Regulatorische Hürden für Lieferroboter variieren je nach Region erheblich, und chinesische Wettbewerber bieten vergleichbare Technologie bereits zu niedrigeren Preisen an. Amazons Zeitplan für den autonomen Haustürzustellung bleibt damit ambitioniert, aber noch nicht gesichert.
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