Amazon zieht Konsequenzen aus dem tödlichen Flugzeugabsturz in Miami. Der Konzern hat die Zusammenarbeit mit dem Frachtdienstleister 21 Air beendet, dessen Boeing 767-300 am 6. September beim Landeanflug auf den Miami International Airport abstürzte. Fünf Menschen am Boden starben, fünf weitere wurden verletzt.
Die Entscheidung fiel nach einer internen Überprüfung der Umstände, während die Ermittlungen der US-Flugsicherheitsbehörde NTSB weiterlaufen. Amazon-Sprecherin Kelly Nantel bestätigte den Schritt und betonte, man unterstütze die Aufklärung des Unglücks. Die Frachtvolumina, die zuvor bei 21 Air lagen, übernehmen nun andere Carrier – darunter Sun Country Airlines, Hawaiian Airlines, Air Transport International, ABX Air, ASL Airlines und Cargojet.
Was die Ermittler bislang fanden
Die Aufzeichnungen des Stimmenrekorders zeichnen ein beunruhigendes Bild. Ein Pilot warnte demnach wiederholt vor überhöhter Geschwindigkeit beim Landeanflug, während der zweite kaum reagierte. Rund 15 Sekunden nach dem Aufsetzen forderte ein Pilot einen Durchstartversuch. Der Schub wurde zwar erhöht, doch Bremsklappen und Schubumkehr blieben nach Angaben der Ermittler ungenutzt.
21 Air erklärte, man stehe den Betroffenen bei und arbeite mit den Behörden zusammen. Das Unternehmen zeigte sich weiterhin von seinen Sicherheitsstandards überzeugt.
Anleger bleiben zurückhaltend
Die Aktie zeigte zuletzt leichte Abgaben, während institutionelle Investoren ihre Positionen anpassen. Cathie Woods ARK-Fondsfamilie etwa verkaufte am Montag 20.000 Amazon-Aktien im Volumen von rund 5,1 Millionen Dollar – ein vergleichsweise kleiner Posten innerhalb einer breiteren Umschichtung, bei der ARK gleichzeitig Alphabet-Anteile abstieß und in Meta Platforms sowie mehrere Biotech-Titel investierte.
Operativ läuft das Kerngeschäft unterdessen unbeeindruckt weiter. Amazon kündigte für den 6. und 7. Oktober die nächste Rabattaktion „Prime Big Deal Days“ an, mit Nachlässen von teils über 45 Prozent auf Marken wie Sony und Dyson. Die Aktion ist Teil des saisonalen Geschäfts vor dem Weihnachtsquartal und in 22 Ländern verfügbar.
Für den Konzern zählt jetzt vor allem, wie die NTSB-Untersuchung zum Absturz weitergeht und ob sich daraus zusätzliche regulatorische Auflagen für die Luftfrachtlogistik ergeben. Die Trennung von 21 Air dürfte dabei erst der erste Schritt gewesen sein.
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