Über 20 Jahre lang war Mechanical Turk das Rückgrat der frühen künstlichen Intelligenz. Jetzt zieht Amazon den Stecker. Ab dem 30. Juli nimmt die Crowdsourcing-Plattform keine neuen Kunden mehr an. Der Grund ist paradox: Moderne Sprachmodelle machen die menschlichen Klick-Arbeiter zunehmend obsolet.
Amazon verschiebt den Pionier-Dienst auf die Liste der Wartungsprodukte. Bestehende Nutzer erhalten weiterhin Sicherheitsupdates. Neue Funktionen plant der Konzern jedoch nicht. Stattdessen fokussiert sich Amazon auf streng kontrollierte Alternativen. Dienste wie SageMaker Ground Truth übernehmen künftig die Datenaufbereitung für komplexe KI-Modelle.
Bots statt Menschen
Das Ende von Mechanical Turk zeichnete sich ab. Berichte aus dem Jahr 2023 zeigten ein massives Problem auf der Plattform. Viele menschliche Arbeiter nutzten längst selbst KI-Sprachmodelle für ihre Aufgaben. Das ruinierte die Qualität und Zuverlässigkeit der Trainingsdaten. Amazon reagiert nun mit dem Strategiewechsel hin zu geschlossenen Netzwerken.
An der Börse bleibt es derweil ruhig. Die Amazon-Aktie notiert aktuell bei 213,75 Euro. Seit Jahresbeginn steht damit ein solider Kursgewinn von 10,57 Prozent auf der Anzeigetafel.
Erfolge bei Streaming und Klima
Abseits der Cloud-Sparte meldet der Konzern weitere operative Fortschritte. Prime Video verzeichnet ein starkes Wachstum bei den NBA-Übertragungen. Im ersten Jahr der neuen globalen Medienrechte stiegen die internationalen Zuschauerzahlen um 28 Prozent. Besonders Europa und Asien trieben dieses Wachstum an.
Parallel dazu legte Amazon seinen Nachhaltigkeitsbericht für 2025 vor. Das Unternehmen deckt seinen weltweiten Stromverbrauch mittlerweile komplett aus erneuerbaren Energien. Seit 2019 sank die CO2-Intensität um 38 Prozent. Die reinen Gesamtemissionen stiegen durch das enorme Geschäftswachstum allerdings an.
Um dieses physische Wachstum klimaschonend abzufedern, baut Amazon seine Logistik massiv um. Die weltweite Flotte elektrischer Lieferwagen wuchs im abgelaufenen Jahr um 68 Prozent. Damit rollen nun über 52.700 E-Transporter für den Konzern. Der Umbau vom digitalen Marktplatz zum KI-getriebenen Effizienz-Riesen manifestiert sich auf allen Ebenen.
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