Amazon plant einen teuren Umbau seines Sprachassistenten Alexa. Ein internes Projekt mit dem Codenamen „Moonraker“ soll Alexa deutlich klüger machen. Die Kosten dafür sprengen alle bisherigen Ausgaben für die Alexa+-Plattform.
Interne Planungsdokumente vom 8. Juli 2026 zeigen das Ausmaß: Moonraker gilt als teuerstes neues Alexa-Projekt überhaupt. Allein die GPU-Kosten könnten 2026 die Marke von 100 Millionen Dollar überschreiten. Amazon nutzt dafür Hunderte Nvidia-Grafikprozessoren sowie ein Sonnet-Modell von Anthropic.
Alexa soll komplexe Aufgaben selbst lösen
Bisher bucht Alexa Fahrten oder kauft Tickets über Partnerdienste. Das reicht Amazon nicht mehr. Mit Moonraker sollen Ingenieure die Software zu einem echten KI-Agenten weiterentwickeln, der mehrstufige Anfragen eigenständig abarbeitet.
Aktuell testet das Team fortgeschrittene Funktionen für logisches Denken und visuelle Antworten. Diese Tests laufen als Vorbereitung für einen breiteren Rollout. Amazon macht damit Ernst mit dem Anspruch, Alexa nicht nur als Sprachsteuerung, sondern als denkenden Assistenten zu positionieren.
Teil einer viel größeren Investitionswelle
Moonraker steht nicht isoliert da. Amazon plant für 2026 Investitionsausgaben von rund 200 Milliarden Dollar, ein erheblicher Teil davon fließt in KI-Infrastruktur wie Rechenzentren und Chips. Um diese Summen zu stemmen, kündigte der Konzern am 7. Juli 2026 eine Anleihe über mindestens 25 Milliarden Dollar an, aufgeteilt in acht Tranchen.
Diese Finanzierungsrunde zeigt, wie ernst Amazon den KI-Wettlauf nimmt. Der Konzern konkurriert direkt mit Google, Microsoft und Meta um die Vorherrschaft bei KI-Infrastruktur. Wer hier zurückfällt, riskiert den Anschluss bei einer Technologie, die zunehmend über Cloud-Marktanteile entscheidet.
Aktie bewegt sich seitwärts
Die Amazon-Aktie notiert aktuell bei 212,30 Euro, ein Minus von 0,59 Prozent zum Vortag. Auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von 11,80 Prozent zu Buche. Vom 52-Wochen-Hoch bei 238,05 Euro, erreicht am 5. Mai 2026, trennen die Aktie derzeit rund 10,8 Prozent.
Der Kurs bewegt sich damit unterhalb des 50-Tage-Durchschnitts von 219,17 Euro, liegt aber deutlich über dem 200-Tage-Durchschnitt von 200,93 Euro. Der RSI von 49,7 signalisiert weder Überkauft- noch Überverkauft-Zustand. Die Aktie pausiert charttechnisch, während im Hintergrund Milliarden in die KI-Zukunft des Konzerns fließen.
Ob sich die hohen Ausgaben für Moonraker in messbaren Nutzerzahlen oder Umsätzen niederschlagen, bleibt vorerst offen. Ein breiterer Rollout der neuen Alexa-Funktionen dürfte zeigen, ob sich die Rechnung für Amazon auszahlt.
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