Amazon investiert dreistellige Milliardenbeträge in seine künstliche Intelligenz, um die Abhängigkeit von teuren Zulieferern zu verringern. Ausgerechnet in der hochpriorisierten Abteilung für die Entwicklung eigener KI-Chips häufen sich nun die personellen Abgänge. Der Verlust einer weiteren Führungskraft weckt am Markt Zweifel, ob der ehrgeizige Zeitplan für die neue Hardware-Generation reibungslos umgesetzt werden kann.
Milliarden-Wette mit Personalproblemen
Mit dem Weggang von Gadi Hutt verliert die Halbleiter-Sparte von Amazon bereits den zweiten hochrangigen Manager innerhalb weniger Monate. Diese Abgänge treffen den Tech-Konzern in einer sensiblen Phase. AWS-Chef Matt Garman verteidigte erst kürzlich das gewaltige Budget von rund 200 Milliarden US-Dollar für die KI-Infrastruktur im Jahr 2026. Eigene Prozessoren sollen die immensen Kosten für externe Beschleuniger senken und die Margen im Cloud-Geschäft langfristig sichern.
Dieser strategische Umbau fordert an anderer Stelle seinen Tribut. Das Unternehmen streicht in zwei Runden rund 30.000 Stellen. Der Druck auf die Cloud-Sparte AWS wächst, da der Marktanteil im Sektor 2024 von 39 auf 37,7 Prozent gesunken ist. Garman rechnet damit, dass die hohe Nachfrage nach KI-Infrastruktur noch fünf bis zehn Jahre anhalten wird, was die massiven Vorabinvestitionen rechtfertigen soll.
Insider trennen sich von Anteilen
Die personellen Turbulenzen und die kapitalintensive Strategie spiegeln sich im aktuellen Kursverlauf wider. Am Freitag gab das Papier um 3,51 Prozent auf 173,92 Euro nach und zählte damit zu den schwächeren Werten im ohnehin nachgebenden Tech-Sektor. Ein Blick auf die Transaktionen der Führungsetage zeigt eine klare Tendenz. In den vergangenen sechs Monaten gab es 62 Insider-Verkäufe und keinen einzigen Kauf. Allein CEO Andy Jassy trennte sich von knapp 40.000 Aktien, während AWS-Chef Garman Ende Februar rund 17.700 Papiere veräußerte. In den letzten 90 Tagen summierten sich die Verkäufe auf ein Volumen von knapp 14,7 Millionen US-Dollar.
Analysten bleiben optimistisch
Trotz der internen Umstrukturierungen und der Insider-Verkäufe halten Finanzexperten an ihren positiven Prognosen fest. Die Erste Group Bank taxiert den Gewinn pro Aktie für 2026 auf 7,74 US-Dollar und liegt damit deutlich über dem allgemeinen Konsens von 6,31 US-Dollar. Auch große Investmentbanken wie JP Morgan und Citi bestätigen ihre Kursziele im Bereich von 280 bis 285 US-Dollar. Der durchschnittliche Zielpreis aller 58 erfassten Analysten liegt aktuell bei 286,66 US-Dollar und signalisiert damit ein Aufwärtspotenzial von rund 43 Prozent gegenüber dem aktuellen US-Handelskurs.
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