Ein neues Smartphone und ein Milliarden-Deal mit Nvidia — Amazon meldet sich gleich mit zwei Nachrichten zu Wort, die zeigen, wie weit das Unternehmen seine Ambitionen in der KI-Ära steckt. Beide Entwicklungen haben eines gemeinsam: Sie kosten viel Geld, und genau das beschäftigt Anleger derzeit.
Rückkehr ins Smartphone-Geschäft
Unter dem Codenamen „Transformer“ entwickelt Amazon intern ein neues Smartphone, das Alexa ins Zentrum der Nutzererfahrung rückt. Laut einem Reuters-Bericht leitet J Allard das Projekt — ein ehemaliger Microsoft-Manager, der einst Xbox und Zune auf den Markt brachte. Das Gerät soll tief in Amazons Shopping-, Streaming- und Smart-Home-Dienste integriert sein und personalisierte Erlebnisse über Prime Video, Prime Music und den Amazon-Shop bieten.
Das Vorhaben erinnert unweigerlich an das Fire Phone, das Amazon 2014 mit großem Aufwand lancierte und wenig später mit erheblichen Abschreibungen einstellen musste. Der Markt ist seitdem nicht einfacher geworden: Apple hält aktuell rund 31,5 Prozent der weltweiten Smartphone-Auslieferungen, Samsung 21,4 Prozent. Zudem erwartet die International Data Corporation für 2026 den stärksten Rückgang bei Smartphone-Auslieferungen aller Zeiten — ein Minus von 13 Prozent, getrieben durch steigende Speicherchip-Preise. Konkrete Details zu Preis oder Markteinführung des „Transformer“ gibt es bislang nicht.
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Nvidia liefert eine Million GPUs an AWS
Parallel dazu bestätigte Nvidia-Vizepräsident Ian Buck gegenüber Reuters einen umfangreichen Liefervertrag: Bis 2027 soll Amazon Web Services eine Million Grafikprozessoren erhalten, beginnend noch in diesem Jahr. Der Deal umfasst neben den GPUs auch Spectrum-Netzwerkchips und ConnectX-Systeme zur Beschleunigung des Datentransfers in Rechenzentren. Hinzu kommen neuere Nvidia-Chips, die speziell für KI-Inferenz — also die Echtzeit-Ausgabe trainierter Modelle — ausgelegt sind. Finanzielle Details wurden nicht veröffentlicht.
Der Vertrag fügt sich in eine Wachstumsgeschichte ein, die AWS gerade schreibt. Im vierten Quartal 2025 wuchs der Cloud-Arm um 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr — das stärkste Tempo seit 13 Quartalen — und erreichte eine annualisierte Umsatzrate von 142 Milliarden Dollar. CEO Andy Jassy hatte intern sogar ein langfristiges Potenzial von 600 Milliarden Dollar jährlicher AWS-Erlöse in Aussicht gestellt.
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Investitionen belasten den freien Cashflow
Das Wachstum hat seinen Preis. Amazon investiert massiv: Für 2026 sind Kapitalausgaben von rund 200 Milliarden Dollar geplant, überwiegend für AWS-Infrastruktur. Der freie Cashflow fiel in den vergangenen zwölf Monaten auf 11,2 Milliarden Dollar — nach 38,2 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Der Rückgang erklärt sich fast vollständig durch einen Anstieg der Investitionsausgaben um 50,7 Milliarden Dollar.
Die Amazon-Aktie notiert seit Jahresbeginn rund acht Prozent im Minus und liegt damit deutlich unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Starke Umsatz- und Gewinnzahlen — der Nettoumsatz stieg 2025 um zwölf Prozent auf 716,9 Milliarden Dollar, der Nettogewinn sogar um 31 Prozent auf 77,7 Milliarden Dollar — konnten die Skepsis gegenüber dem Investitionsvolumen bislang nicht vollständig zerstreuen. Ob das Smartphone-Projekt die Ausgabenlast weiter erhöht, hängt davon ab, welche Form „Transformer“ letztlich annimmt.
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