Knapp 25 Prozent fehlen noch. Dann wäre AMD das nächste Mitglied im exklusivsten Club der Finanzmärkte — den Billionen-Dollar-Unternehmen. Die Aktie notiert nahe Allzeithoch, und die Quartalszahlen haben die Fantasie neu entfacht.
Starke Zahlen, noch stärkere Erwartungen
Im ersten Quartal 2026 legte AMD den Grundstein für den Hype. Der Umsatz stieg um 38 Prozent auf 10,25 Milliarden Dollar — über den Analystenschätzungen von 9,89 Milliarden. Das Rechenzentrumsgeschäft wuchs sogar um 57 Prozent auf 5,8 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie lag auf Non-GAAP-Basis bei 1,37 Dollar.
Für das zweite Quartal erwartet AMD rund 11,2 Milliarden Dollar Umsatz. Das wäre ein Plus von etwa 46 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Analysten hatten nur 10,52 Milliarden erwartet.
Die Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten mehr als 326 Prozent zugelegt. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von über 123 Prozent. Kein Wunder, dass die Billionen-Diskussion an Fahrt gewinnt.
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Analysten: Kaufempfehlungen, aber Kursziele hinken hinterher
Von 51 Analysten, die AMD bewerten, empfehlen 41 den Kauf. Keine einzige Verkaufsempfehlung. Das Konsens-Rating lautet „Strong Buy“.
Allerdings liegt das durchschnittliche Kursziel bei 472 Dollar — und damit unter dem aktuellen Kurs. Die Aktie hat die Prognosen schlicht überholt. Das höchste Kursziel auf dem Street kommt von Robert W. Baird: Analyst Tristan Gerra setzt 625 Dollar an. Das entspräche einem Börsenwert von rund einer Billion Dollar — und begründet seine Schätzung mit der wachsenden Nachfrage durch agentische KI-Systeme. Evercore ISI Group sieht das Kursziel bei 579 Dollar, was einem möglichen Aufwärtspotenzial von rund 17 Prozent entspricht.
Samsung-Allianz und der Weg zur nächsten Chip-Generation
Ein wichtiger Baustein für das Wachstum ist die Partnerschaft mit Samsung. Beide Unternehmen haben eine Absichtserklärung unterzeichnet: Samsung liefert HBM4-Speicher für AMDs neuen Instinct MI455X-Grafikprozessor. Ferner umfasst die Vereinbarung DRAM-Lösungen für die sechste Generation der EPYC-Server-CPUs mit dem Codenamen „Venice“.
Wedbush-Analysten sehen das Wachstum durch höhere Stückzahlen und steigende Preise getrieben. AMDs Management erwartet, dass der Trend das Server-CPU-Geschäft bis 2026 und 2027 stützt. Das GPU-Geschäft entwickle sich stärker als zuvor erwartet.
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Institutionelle kaufen — Insiderin verkauft
Das institutionelle Interesse ist groß. Jennison Associates, Wellington Management und Vanguard haben ihre AMD-Positionen aufgestockt. Insgesamt halten institutionelle Investoren rund 71 Prozent der Aktien.
CEO Lisa Su verkaufte am 13. Mai 125.000 Aktien zu durchschnittlich 445,51 Dollar — ein Erlös von rund 55,7 Millionen Dollar. Der Verkauf lief über einen vorab festgelegten Handelsplan nach Rule 10b5-1. EVP Paul Grasby trennte sich im Mai von weiteren 24.376 Aktien. Insgesamt beliefen sich Insider-Verkäufe in den vergangenen drei Monaten auf rund 114 Millionen Dollar.
Solche Verkäufe laufen routinemäßig über Planprogramme und müssen kein Signal sein. Institutionelle Zuflüsse und operative Dynamik zeigen in die entgegengesetzte Richtung.
Billion oder nicht — die Latte liegt hoch
Nvidia liegt mit einer Marktkapitalisierung von rund fünf Billionen Dollar weit voraus. AMD braucht noch etwa 25 Prozent Kursanstieg, um die Billionen-Schwelle zu überschreiten — das entspricht einem Kurs von rund 613,50 Dollar. Für 2026 erwarten Analysten einen AMD-Umsatz von rund 50 Milliarden Dollar, für 2027 rund 76,5 Milliarden. Ob diese Zahlen eine Billionen-Bewertung rechtfertigen, hängt vor allem vom Hochlauf des MI455X und der Venice-Plattform ab — beides steht in den kommenden Quartalen auf dem Prüfstand.
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