Um den rasant wachsenden Rechenbedarf für KI-Anwendungen langfristig abzusichern, prüft AMD offenbar neue Fertigungswege. Medienberichten zufolge erklärte das Analysehaus Piper Sandler gestern, dass der Halbleiterkonzern zu den Unternehmen zählt, die Intels 14A-Fertigungsprozess evaluieren. Eine verbindliche Zusage für eine spätere Chipproduktion hat bislang jedoch keine Seite abgegeben.
Die Prüfung zusätzlicher Fertigungskapazitäten fällt in eine Phase wachsender Nachfrage nach Rechenzentrumstechnologie. Analyst Vivek Arya von Bank of America Securities bezeichnete AMD gestern als Top-Favoriten im CPU-Bereich. Das Analysehaus stufte die Aktie weiterhin mit Buy ein und hob das Kursziel von 620 auf 720 Dollar an. Die Experten erwarten in den kommenden Jahren eine deutliche Marktexpansion bei Serverprozessoren.
Wachsende Rolle bei agentenbasierter KI
Der Bedarf an Rechenleistung speist sich zunehmend aus komplexeren KI-Architekturen. AMD legte am 18. September dar, wie die konzerneigenen EPYC-Prozessoren zentrale Aufgaben in Workflows für KI-Agenten übernehmen können.
Bereits am 14. September vereinbarte das Unternehmen über die Einheit AMD Silo AI eine Zusammenarbeit mit F-Secure. Gemeinsam untersuchen die Partner das Routing von agentenbasierten Prozessen über lokale Umgebungen und Cloud-Infrastrukturen hinweg.
Auch im Segment für Endgeräte baut der Konzern das Ökosystem aus. Am Donnerstag kündigte AMD an, dass Abonnenten von Perplexity die Anwendung Portable Computer auf Windows-Rechnern nutzen können. Voraussetzung dafür sind Prozessoren der Reihe Ryzen AI Max oder die Entwicklerplattform Ryzen AI Halo.
Vorstoß in Robotik und Hardware-Sicherheit
Zugleich bereitet das Unternehmen neue Einsatzbereiche jenseits klassischer Computer vor. Wie AMD am Montag bekannt gab, wird der Konzern auf der Konferenz ROSCon 2026 Lösungen für physische KI und Robotik präsentieren. Geplant ist die Vorstellung von Rechenhardware und offener Software für das Training, die Simulation und den Einsatz von Robotersystemen.
Parallel zu künftigen Projekten widmet sich das Management der Stabilität bestehender Systeme. Am Donnerstag veröffentlichte das Unternehmen Sicherheitsmitteilungen zu Schwachstellen bei Zynq-UltraScale+-Geräten, Versal-SoCs sowie dem Compressonator-Entwicklerpaket.
Medienberichten zufolge kursierten am 18. September zudem Spekulationen über eine Preisanpassung von zehn Prozent über die Produktlinien hinweg, für die AMD allerdings keine Bestätigung vorlegte.
Im Handel zeigte sich das Wertpapier zuletzt gefestigt. Die Aktie beendete den Handel am Freitag bei 554,30 Euro und liegt damit 2,2 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 566,50 Euro. Zuvor hatte der Hype um KI-Agenten die Halbleiterbranche erfasst und die Bewertung des Konzerns zeitweise über die Schwelle von einer Billion Dollar getrieben.
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